Wanderer Werke & Robotron

DSC_0227 Kopie

Ein Gelände, das ich öfter besucht habe als alle anderen. Ein Gelände, das mir unheimlich am Herzen liegt und mich ebenso begeistert, wie schmerzliche Erinnerungen in mir hochkommen lässt.

Wie sich der ein oder andere vielleicht erinnert ist der Robotron Komplex das ehemalige Airsoft Gelände meines Teams. Lange Rede kurzer Sinn, es entpuppte sich entgegen aller Behauptungen des damaligen Teamleaders als illegal und somit mussten wir das Gelände von heute auf morgen verlassen. Ich wurde aufgefordert alle Beiträge, die mit dem Teamleader zu tun hatten zu löschen, was ich tat. Auch hier bei WordPress. Mittlerweile hat sich das Team von K9 zu Paradox Airsoft weiterentwickelt, wir haben die Führung gewechselt und legal und offiziell mein Lieblingsgelände, das alte Bahnkraftwerk in Hilbersdorf, gepachtet (Wunderwerk der Architektur, noch etwas mehr vom Bahnkraftwerk, Wiederholungstäter). Nichtsdestoweniger habe ich unzählige Bilder vom Wandererwerk und Robotron, die ich euch nicht weiter vorenthalten möchte.

Das Robotron Gelände liegt zwar relativ zentral, ist jedoch gut abgeschirmt gegen neugierige Blicke. Anwohner gibt es kaum. Teile vom Wandererwerk werden noch genutzt, daher sollte ein Besuch definitiv nur am Wochenende stattfinden (und übrigens auch nur, wenn nicht gerade eine Veranstaltung in der Messe ist, da könnte man von Besuchern vom Parkplatz aus durchaus gesehen werden). Ich habe mich bei der ersten Begehung direkt in das Gelände verliebt. Damals 2014 habe ich mit meinem Begleiter Maurice beide Objekte erkundet und fotografiert als wir zufällig auf das Airsoftteam trafen und uns gelinde gesagt vor Schreck fast in die Hose gemacht haben ^^. Seitdem bin ich deren Teamfotografin.

Im Hof stehen (beziehungsweise standen, wer weiß) zwei hübsche Trabis. Die Gebäude sind relativ gut in Schuss, bis auf das Dach, das an einigen Stellen bereits durchgebrochen ist. Viel grün und einiges an Überbleibseln aus der Zeit, in der noch Leben in der Fabrik herrschte. So zum Beispiel an Design, Material und Farbe unübertroffene Gardinen, die einen in die tiefste DDR zurück versetzen. Auch ein Haufen alter Telefone findet sich im Obergeschoss. Es gibt unheimlich viel zu erkunden.

2015 war ich fast jedes Wochenende da und habe das Team begleitet, daher existieren zum großen Teil In-Game-Bilder, deren Fokus auf den Spielern liegt, jedoch auch das Gelände zeigen. Ich denke, um mehr Blickwinkel auf das aussergewöhnliche Gelände zu bekommen, ist das trotzdem gut geeignet und wie gesagt, mittlerweile ist es nicht mehr bespielt (falls doch, dann ist es defintiv illegal), ihr braucht euch also keinen Kopf machen, dass plötzlich bewaffnete Jungs um die Ecke kommen 😉

Das Robotron Gelände besteht aus dem Hauptbau, der über die Verbindungsbrücke zum restlichen Verwaltungskomplex führt, vielen Garagen und kleine Flachbauten, sowie verschiedenste Vegetation auf dem Gelände. Für Airsoft war es somit perfekt. Wer das Gelände erkunden möchte sollte wenigstens 4 Stunden einplanen, um alles sehen zu können (ausser ihr fotografiert nicht, dann ist die Sache in anderthalb/zwei Stunden auch erledigt).

Wie es mittlerweile auf dem Gelände aussieht weiß ich nicht und irgendwie will ich es auch gar nicht wissen, das alte Bild von ihm in meinem Kopf bewahren und vergessen was alles vorgefallen ist. Robotron war mein Anfang vom Ende und hat mich geprägt wie kein zweites Objekt. Freud und Leid liegen hier so nah beieinander wie Genie und Wahnsinn…

Trotzdem denk ich gern daran zurück, gerade jetzt, wenn ich die gut 15.000 Bilder sichte, die ich im Laufe der Zeit vom Robotron Gelände gemacht habe. Auch wenn ich selbst wohl keinen Fuß mehr drauf setzen werde, kann ich nur jedem Urbexer raten sich dieses Objekt mal anzuschauen <3.

Advertisements

Ibug 2o17 SPEMAFA

Wie ich gestern schon berichtet habe ist die Ibug dieses Jahr in Chemnitz. Als ich mit 15 nach Meerane gezogen bin wurde ich erstmals aufmerksam auf das Projekt. Seitdem besuche ich seit vielen Jahren dieses Festival und wurde nie enttäuscht 🙂

Gestern fand ein Vortrag und eine Podiumsdiskussion statt, die wirklich sehr intressant war und beispielsweise Sanierungs- im Vergleich zu Abrisskosten, sowie Nutzungsmöglichkeiten für Lost Places aufzeigte. Sehr toll, nur dass vermutlich wenig Eigentümer von Brachen geschweigedenn zuständige Verwaltungsbeamte anwesend waren um sich dies zu Herzen zu nehmen. Nichtsdestotrotz sehr aufschlussreich. Es wurde gefilmt, also wenn Interesse besteht, es sollte sich sicherlich im World Wide Web finden lassen 😉

Jedes Jahr ist es immer wieder überraschend und anders, man freut sich Bilder von Künstlern zu sehen, deren Werke man Jahre zuvor schon mal gesehen hat und ihren Stil erkennt. Ein kleines familiäres Gefühl das sich unweigerlich einschleicht. Schön, einfach schön.

Zum Samstag Nachmittag ist das Gelände ziemlich voll. Jetzt ein Bild zu machen ohne dass jemand ins Bild läuft gestaltet sich schon mehr als schwierig.  Für alle die Menschengedrängel und Photo-Bomber nicht mögen ist kurz nach Eröffnung und abends wohl die beste Lösung. Achtung hier aber: spätester Einlass ist zwar 19 Uhr, allerdings wird ab 19.30 Uhr das Gebäude von den Ordnern geräumt. Wer Bilder machen will sollte also nicht erst 19 Uhr kommen, da man die Menge der Bilder selbst ohne Kamera kaum in einer halben Stunde bestaunen kann.

Wie auch die letzten Jahre gibt es einen kleinen Markt auf dem man Werke der Künstler käuflich erwerben kann, es reicht von Postkarten für 1€ bis hin zu großen Bildern auf Leinwand im dreistelligen Bereich. Es ist also für jeden etwas dabei. Und das ist auch ein großer Pluspunkt der Ibug, das Publikum ist bunt gemischt. Zwar überwiegt der Anteil an Leuten, die eins zu eins vom Prenzlauer Berg weggefangen worden sein könnten, aber es finden sich auch viele normale, Kunstintressierte, Familien und Rentner.

am folgenden Wochenende habt ihr die Chance euch die Ibug nochmal anzuschauen. Wer es also an diesem nicht geschafft hat: geht hin, nutzt die Chance, es wird euch auf keinen Fall enttäuschen 😉


Vorspiel: Ibug 2o17 – SPEMAFA

Wuuuuuuuuuuhu Ibug 😀

mein allerliebstes Lieblings-Event des Jahres und diesmal bin ich dank Festivalticket alle 3 Tage vertreten. Start dementsprechend gestern und ich muss sagen Freitag Nachmittag/Abend ist wirklich absolut tiefenentspannt. Man kann ungestört Bilder machen ohne dass alle 2 Sekunden jemand ins Bild läuft. Schönes Wetter, tolles Gelände und wie schon die Jahre zuvor überragende künstlerische Werke.

Da ich wie gesagt alle Tage vertreten sein werde habe ich noch keine Zeit gehabt die Bilder zu sichten und habe vermutlich auch noch nicht alles erwischt was unbedingt gezeigt werden sollte (beispielsweise fehlt mir noch der komplette Brühl). Um euch trotzdem nicht gänzlich zu enttäuschen ein paar kleine Einblicke vorweg und später dann die geballte Ladung 😉

Ich kann jedem, egal ob jung oder alt, nur empfehlen sich das mal anzuschauen. Möglichkeit dazu habt ihr dieses Wochenende und am darauf folgenden. Mehr Infos gibts auf der Ibug Seite

und zum Schluss etwas bei dem ich durchaus schmunzeln musste und es mir bei den Begehungen gewünscht habe (13/25 Punkte)

DSC_0041

Camera
NIKON D5000
Focal Length
18mm
Aperture
f/4.5
Exposure
1/80s
ISO
400

Begehungen Chemnitz – Institut Potemkin

Prepare to be underwhelmed!

Es ist mal wieder soweit, wie schon letztes Jahr veranstalten die „Begehungen“ ein Kunst- und Kulturfestival in Chemnitz. Das Potemkin im alten Kulturpalast in Rabenstein. Diesen habe ich bereits mehrfach im „Normalzustand“ besucht und habe mich verliebt, daher wollte ich mir die Chance nicht entgehen lassen ihn in Kombination mit Kunst ein letztes Mal anzuschauen bevor die Bagger anrücken. Impressionen davon könnt ihr euch hier anschauen: Ballast der Republik und Kulturpalast.

Zugegeben, ich habe die Begehungen letztes Jahr zum ersten Mal besucht und war gelinde gesagt entsetzt (Poelzig Areal – TA Lärm). In Anbetracht der massiven Werbemaßnahmen, des großartigen Geländes und der vielversprechenden Artikel hatte ich gehofft, dass es dieses Jahr weniger fragwürdig wird.

Die wundervolle Treppe wurde mit Lichtelementen an der Decke und kleinen verkehrt herum hängenden Metallweihnachtsbäumchen (?) beleuchtet. Der Moment in dem noch Hoffnung in mir keimte, denn das sah schon echt gut aus. Die wurde gnadenlos zerstört, als uns die erste Installation (wenn man es denn so nennen will) direkt nach der Treppe in einem Raum erwartete. Plexiglasscheibe und: genau, 3 Wischroboter, was sonst. o_O Zweifelgeschwängerte Erinnerungen vom letzten Mal mit den Schinken grillenden Robotern drängten sich in mein Gedächtnis. Puh…. Eigentlich konnte es sich ab dem Moment nur noch steigern. Zugegeben, es war nicht ganz so unklar wie letztes Jahr aber auch hier und heute stellte sich erneut die Frage: ist das schon/noch Kunst?

DSC_0643

Der winzige Raum nebenan projezierte einen Film an die Decke. Soweit so unspektakülar. Spannender wurde es schon nebenan im Saal. Die (Zwischen)Decke wurde an vielen Seiten aufgerissen und die Kabelkanäle heraus gezerrt und wild umher gehangen. Das machte durchaus Eindruck und wurde auch direkt als Kunstwerk erkannt. Ganz gut gemacht – bis zu dem Punkt als wir die Beschreibung dazu gelesen haben. Gut, oft fragt man sich tatsächlich „was möchte uns der Künstler damit sagen?“ aber Freunde der Sonne, mal ehrlich, nicht alles was man macht muss man begründen, manchmal reicht es auch einfach, dass es schön aussieht, aber so einen Blödsinn dazu zu dichten… (Tipp der Redaktion: erst anschauen, dann grübeln/brainstormen und dann die Auflösung lesen 😀 überragend!)

Weiter gings im großen Saal, der als solches eigentlich immer sehr imposant wirkte. Dort fanden sich einige Bilder und gesprayte Werke, die gut gemacht waren, jedoch etwas in der Größe des Raumes untergingen. Wie gesagt, etwas schade, denn hier hatte sich (zumindest zum Teil) wirklich jemand Mühe gegeben.

Weiter im Text… Im ersten Geschoss blieb nur 1 weiterer Raum, der sich in kleine Kammern absplittet. Im Zentrum ein Fahrradrahmen mit einem Reifen, angeschlossen an einen Ofen. Laut Text vor der Tür sollte wohl ein Licht flackern, wenn man den Reifen dreht und der Ofen symbolisch für einen Fernseher stehen. Bitte was? Genau… In den kleinen Kammern fanden sich jeweils Röhrenfernseher die Filme abspielten. Das kannte ich von den Toiletten letztes Jahr schon, begreif den Sinn trotzdem bis heute nicht wirklich. Vielleicht ist mein Horizont aber auch zu eingeschränkt. Ansonsten gab es von den oberen Geschossen leider nicht viel zu sehen, lediglich die Zugänge zu dem Steg über dem Fernsehstudio waren begehbar, alles andere wurde versperrt. An der ein oder anderen Ecke fanden sich wieder Kunstwerke, unter anderem der Beweis, das Tänzerinnen auch bloß Puten sind und eine kleine Fledermaus, die so sicher nicht beabsichtigt war aber unwillkürlich meine Blicke auf sich zog 🙂

Draussen fanden sich Erwerbsmöglichkeiten für Speis und Trank, sowie eine Bastelecke. Ich persönlich war gespannt auf das Gewächshaus, da ich dies bei meinen bisherigen Besuchen sehr lieb gewonnen hatte und wurde bitter enttäuscht. Recht zugewuchert ganz unauffällig am Ende eines Sperrbandes versteckt und lediglich mit einigen Lautsprechern verziert, die einen gregorianischen Chorgesang spielten. Langsam aber sicher bereitete ich mich seelisch und moralisch auf einen Muskelkater meiner Augenbrauen am morgigen Tag vor.

Aber nun zum Fernsehstudio, dem absoluten Highlight des Kulturpalastes. Zufällig kamen wir zu einer, beziehungsweise DER „Performance“ schlechthin. Angepriesen als „The body and the salt -10 Kilogramm Salz und ein Körper. Die peruanischen Künstler*innen Monica Vergara und Italo Panfichi erforschen das Thema des Festivals mit Tanz. Zwischen Schein und Sein, zwischen dem Vielleicht und dem Wahren.“ präsentierte sich in dem Moment als wir herein kamen als eine Frau, die in der Mitte eines salzverkrümelten Kreises Mittagsschlaf zu machen schien (Entschuldigung vorweg für das Wackeln, Madame hatte natürlich kein Stativ dabei und auf gute Beleuchtung gehofft). Skepsis. Es erinnert im Laufe des Auftritts an den Versuch von Breakdance oder einen Anfall. Gelegentlich mengen sich gymnastische Bewegungen darunter aber alles in allem bleibt die Skepsis und eine Mischung aus „was zur…?“ und „paaaaahahahaha :D“. Am Rande des Salzkreises hockt eine Frau, die in einer wahrhaft bemerkenswerten Langsamkeit ein Seil auseinander zu dröseln scheint. Wirklich glänzen kann nur die goldene Folie, die am Gerüst angebracht wurde. Fragezeichen über Fragezeichen. Zweifel, nicht nur an ihnen und ihrem Zustand, sondern auch an mir ob mein Verständnis für Kunst wirklich so engstirnig und verkappt ist.

Ich schreib vielleicht einfach nich viel mehr dazu, eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen nicht wieder so kritisch über die Begehungen zu schreiben, da man sich als Chemnitzer und Urbexer ja freuen sollte, wenn überhaupt derartige Veranstaltungen stattfinden, aber sie machen es einem wirklich wirklich schwer…

Traurig ist auch, dass die vorher typischen kleiderhakenähnlichen Metallteile (ich hab immernoch absolut keine Ahnung was es darstellt, aber es war sehr ansehnlich und beeindruckend, ihr seht es ganz unten nochmal) nicht mehr an der Decke des Studios hingen. Sie wurden abmontiert, vermutlich aus Sicherheitsgründen, und dienen jetzt zur Absperrung von verbotenen Wegen und Türen und als Dekorationselement.

Im unteren Geschoss finden sich ansonsten weitere Installationen, die zwar zum Teil auch ganz gut gemacht sind, jedoch trotzdem weit von meinem Verständnis von Kunst oder Kultur abweichen. Ein Saunaofen, wieder Fernsehfilmchen, Kameras die Füße der Besucher filmen, … und ein Raum an dessen Wand in Erstklässlerschreibschrift in schwarzen Umrandungen weltklasse Pseudobuchtitel wie „Traumbenkirschen“stehen. Der Helfer/Mitarbeiter der im Raum steht bemerkt offenbar meine fragenden Blicke und mein Unverständnis und beginnt ein Gespräch. Da er ein Astra in der Hand hält hat er direkt Sympathiepunkte und ich lasse mich auf die sarkastische Philosophierunde ein. Sinn macht es für mich auch nachdem trotzdem nicht, aber ich bin beruhigt, dass das nicht nur mir so geht, sondern auch Menschen, die es eigentlich verstehen sollten, vielen Dank dafür unbekannter Erklärbar 🙂 Entgegen aller Erwartungen der letzten 2 Stunden verließ ich weniger mit einem Kopfschütteln, sondern mehr mit einem Lächeln das Gelände.

Kunst ist ein weiter Begriff und offenbar ist Kunst für jeden auch irgendwie etwas anders und bedeutet einem unterschiedlich viel, löst Emotionen aus und bedarf einem gewissen Einfühlungsvermögen. Dinge die anderen die Welt bedeuten und voller Herzblut stecken lösen bei anderen absolutes Unverständnis hervor. So war es bei mir heute und ich bin mir sicher, dass es mehr als genug Menschen gibt die auch meine Welt, das Urbexen, die Fotografie, die Kunstwerke die ich euch vorenthalte, die aber tatsächlich existieren, meine Liebe zum Morbiden und Seltsamen nicht verstehen. Es ist alles eine Frage des Blickwinkels 😉 Für mich war das Potemkin leider nichts außer einem witzigen Ausflug und kleinem Gedankenanstoß aber man kann es sich definitiv mal angeschaut haben.

Jeder ist anders, liebt und lebt anders, sieht die Welt mit seinen Augen und das ist auch gut so.

 

Wirklich loben muss ich an letzter Stelle trotz aller vorangegangener Kritik die unvergleichliche Behindertenfreundlichkeit. Das ist wirklich selten und sicherlich großartig für einen körperlich eingeschränkten Menschen auch ein solches Gebäude mal von innen sehen zu können. Viele Rollstuhlfahrer haben dieses Angebot auch am heutigen Nachmittag genutzt. Wundervolle Sache, meinen größten Respekt und Dank dafür, dass ihnen das ermöglicht wird.

CameraNIKON D5000
Focal Length
18mm
Aperture
f/4
Exposure
1/0s
ISO
800
Camera
NIKON D5000
Focal Length
18mm
Aperture
f/4
Exposure
1/60s
ISO
800
Camera
NIKON D5000
Focal Length
18mm
Aperture
f/4
Exposure
1/60s
ISO
800
Camera
NIKON D5000
Focal Length
18mm
Aperture
f/4
Exposure
1/60s
ISO
800Der winzige Raum nebenan projezierte einen Film an die Decke. Soweit so unspektakülar. Spannender wurde es schon nebenan im Saal. Die (Zwischen)Decke wurde an vielen Seiten aufgerissen und die Kabelkanäle heraus gezerrt und wild umher gehangen. Das machte durchaus Eindruck und wurde auch direkt als Kunstwerk erkannt. Ganz gut gemacht bis zu dem Punkt als wir die Beschreibung dazu gelesen haben. Also Freunde der Sonne, mal ehrlich, nicht alles was man macht muss man begründen, manchmal reicht es auch einfach, dass es geil aussieht, aber so einen Blödsinn dazu zu dichten… (Tipp der Redaktion: erst anschauen, dann grübeln/brainstormen und dann die Auflösung lesen 😀 überragend und überraschender als jede Game of Thrones Fo

manchmal muss es auch legal sein ;)

… wie die Überschrift schon sagt, manchmal muss es auch legal sein 🙂 In dem Falle bei einem teilweise wirklich sehr sehr gut abgesichertem Gelände des wohl bekanntesten LostPlaces in der Szene: den Heilstätten Beelitz.

 

dsc_0258-kopie

Seit längerem nahezu hermetisch abgeriegelt, kommt man in die wirklich interessanten Gebäude heutzutage nur noch mithilfe einer Fototour rein. Zum Geburtstag Ende September habe ich einen Gutschein für eine solche Tour bekommen und am letzten Wochenende war es endlich soweit. Ich habe viele viele Bilder gemacht und werde diese wohl auf meherere Blogeinträge verteilen müssen. Wie ist Beelitz noch, lohnt sich so eine Tour, etc. Ihr dürft also gespannt sein 😉 Wie man sieht hatten wir bombastisches Wetter…

Auf bald!


Ibug 2016

Tagesausflug zum Freitagnachmittag mit dem Igelbert 🙂 Zugegeben, wohl der beste Zeitpunkt als Fotograf die Ibug zu besichtigen, da hier einfach die wenigsten Menschenmengen und vor allem die wenigsten Kinder unterwegs sind, die ins Bild laufen könnten. Wie jedes Jahr wars einfach nur wunderwunderschön. Ich bin immer wieder fasziniert was die Künstler in so kurzer Zeit für Wunderwerke schaffen. Respekt 😉

wie jedes Mal weiß man vor lauter Kunst gar nicht wo man zuerst anfangen soll ❤ überall in jeder noch so kleinen Ecke lassen sich bezaubernde Dinge finden. Ich spam euch deshalb jetzt einfach voll mit Bildern:

zwar ist die Ibug in Limbach dieses Jahr verhältnismäßig klein, jedoch kann man sich absolut nicht beklagen. Ich kann jedem nur dazu raten, sich dieses Spektakel anzusehen. Egal ob dieses Wochenende, zum Tag der Sachsen nächstes oder auch in den kommenden Jahren. Es ist eine Reise definitiv immer wieder wert ❤

so und der Rest 😉 ich muss immer mal dazwischen schreiben, damit die Bilder nicht so untergehen im riesigen Mosaik. Viel Spaß allen anderen Besuchern der Ibug 🙂

es folgen noch ein paar Bilder, bei denen der Uploader hier grade momentan streikt. Ich hoffe morgen hat er sich wieder gefangen


Poelzig Areal – ist das Kunst oder kann das weg?

Vor einiger Zeit hatte ich bereits die Union, die ans Pölzig Areal angrenzt (und mittlerweile tatsächlich bebaut wird :() besucht, jedoch hatte ich schon damals mich nicht nach nebenan gewagt, da bereits zu dem Zeitpunkt Bauarbeiten stattfanden. Aus dem Areal sollen luxoriöse Loft Wohnungen entstehen. Teile davon wurden bereits ausgebaut, jedoch nicht das große Hauptgebäude. Immer standen Baumaschinen davor…. Daher ergriff ich am letzten Wochenende meine Chance, als das Pölzig Areal zu „TA Lärm“ – den Begehungen Chemnitz einlud. Kunst in alten Industriebrachen? Eigentlich genau meins. Aber da habe ich die Rechnung nicht mit Chemnitz gemacht…  Gediegene junge und alte Herrschaften tummelten sich vor und im Gebäude. Am Einlass befand sich ein Schild „Eintritt zwischen 0-15€“, je nachdem was es einem selbst Wert ist. Wir beschlossen, das am Ende erst zu entscheiden. Erstmal hieß es Treppen steigen. Endlich fanden wir den ersten Ausstellungsraum vor. Überall weiße Plakate mit Erklärungen und QR Codes. Viel zur Geschichte und einiges zur Kunst, die man jedoch ohne die Plakate kaum erkannt hätte. Zweifelnd standen wir vor ein paar Metallträgern, die lieblos rumstanden. Sollte das jetzt schon Kunst sein? Unvorstellbar. Aber das Plakat sagte ja. Mit hochgezogener Augenbraue setzte ich meinen Streifzug fort und hoffte, dass die Veranstalter einfach erstmal soft und nicht mit dem richtig spannenden Zeug anfangen wollten. Im selben Raum befand sich zudem eine Installation (?). Ein Video was mit Wackelkontakt Feeling abgespielt wurde und ausser einen „was für’n Scheiß“ keine weitere Ausmerksamkeit unsererseits auf sich zog.

Es wurde aber tatsächlich langsam spannender. Ein Raum abgesperrt mit Fäden und im nächsten Raum: ein neu gelegter Fliesenspiegel in Hochglanz weiß zu einem Drittel zerdeppert. Wooooooooooooooooooooooooooow. Nicht. Aber wenigstens als „Kunst“ erkennbar. Die grüne Wand im Hintergrund sollte glaube ich auch ein Exponat darstellen.  In einer Ecke versteckt fanden sich schließlich 2 kleine Roboter, beleuchtet von Licht das wohl Feuer suggerieren sollte, getrennt von einer kleinen Steinmauer, die (Achtung jetzt kommts) SCHINKEN an die Mauer hielten. So what? Keine Ahnung. Ich hab euch mal 3 Sekunden des Schauspiels gefilmt und  hochgeladen: http://tinypic.com/player.php?v=30kcb2g%3E&s=9. Witzig, aber immer mehr beschlich mich das Gefühl, dass entweder ich von was auch immer eindeutig zu wenig, oder die anderen definitiv zu viel genommen haben.

Ach ja, Kunst…. Es fanden sich Kritzeleien an der Wand. Äh mh… Kuli? Ich weiß nicht. Über alte Graffitis drüber und mh. Hat mich jetzt nicht so… äh, ja. Immerhin eine Deckeninstallation, die recht gut aussah. Aus unbearbeiteten Styroporkugeln aus dem Bastlerbedarf. Zumindest sahs nach was aus. Wir bereuten mittlerweile zutiefst kein Bier mitgenommen zu haben. Die Nutzung der sanitären Einrichtungen war, sagen wir interessant. In einem wurden Türen und WCs entfernt, dafür standen in den Kabinen Klappstühle und an der Wand ein Bildschirm, der ein idyllisches Haus zeigte, wo jemand offenbar Rasen mähte. Oh jaaa, Rasenmähergeräusch. So viel zum Thema „ta Lärm“, Geräusche, total kreativ eingebunden. Auch in einer anderen Toilette. In den Kabinen jeweils ein Bildschirm, die alle gleichzeitig „lärmten“. Zum Beispiel eine Hand die mit einem Ohrstäbchen ein Schloss reinigt. Hm… was soll ich sagen…? Mir tat meine Freundin Leid, die ich dazu genötigt hatte. Meine Gefühle waren irgendwo zwischen „ich brauch Alkohol“, „was haben die denn genommen?“, „meinen die das Ernst?“, Wut, Enttäuschung und vor allem Empörung.

Weiter zum Rest…. ein graues Stinkefingermännlein, was offenbar bereits vorher da war, für mich aber wenigstens was darstellte. Eine erneute Deckeninstallation aus kupferfarbenen Fusseln. Immerhin, man hat es als Exponat erkannt. So an sich nicht schlecht, aber hm. Im obersten Geschoss erwartete uns eine Live Darbietung. Eine Frau auf dem Boden, die sich zwischen ihren Zehen rumpulte. Anhand der Kamera und der Sitzmöglichkeiten drum rum offenbar gewollt. Kopfschüttelnd gingen wir dran vorbei in den nächsten Raum. Plastefoliequadrate von den Deckenfenstern runter. Mit Mikrophonen. Sah zumindest nach was aus. Nicht zu vergessen die Sitzmöglichkeiten unter diesen DDR Friseurhauben (die ich schöner fand als das ganze an sich). Ich vermute da kamen auch Geräusche raus. Tatsächlich nahmen Leute Platz und schmökerten in Artikeln. Vielleicht auf der Suche nach der Antwort „was wollte der Künstler uns damit sagen?“. Niedlich war das letzte Exponat was wir gesehen und gehört haben. Das Geräusch einer Spieluhr in Kombination mit einem Silhouettenschattenspiel hinter einer kleinen Leinwand (sah nur so aus, war aber vom Beamer übetragen). Erinnerte mich an diverse Horrorfilme und -spiele. Sowas mag ich.

Damit war die Ausstellung endlich zu Ende. Spontanes synchrones Bedürfnis nach Alkohol und über das Gesehene zu reden. Also eher sich aufzuregen. Gut dass wir nicht gleich am Anfang Eintritt gezahlt haben. Am Ausgang, insofern man es gut fand, gab es übrigens auch gar keine Möglichkeit mehr zu zahlen. Dazu müsste man wieder 50 m rüber zum Eingang. Offenbar haben die Veranstalter gleich darauf gesetzt, dass nette Kunstliebhaber direkt Geld spenden bevor sie das Elend sehen und es sich anders überlegen. Selbst jetzt beim Schreiben kommt die Empörung und mein Unverständnis wieder hoch. Vielleicht ist mein Kunstbegriff zu eng, deren zu weit? Bin ich ein Kunstbanause? Durchaus möglich… Ich weiß es nicht. Es erweckte den Anschein, dass das alles einen Tag vorher erst fix mit Zeug aus dem Baumarkt notdüftig zusammengebastelt wurde. Wie die Kunsthausaufgabe, die man in der Pause fix noch mit allem was man da hatte zusammengepappt hat.

Umso mehr freue ich mich heute auf die IBUG, denn die wissen noch was Kunst wirklich ist und haben mich noch nie enttäuscht ❤