Monatsarchiv: Mai 2014

VEB Fahrzeughydraulik

Ein Objekt, dass ich durch gewisse Medienhuren schon öfter gesehen hatte, jedoch nie so genau wusste wo es sich befindet, beziehungsweise aufgrund des Hypes auch gar keine Lust hatte zu suchen. Es stellte sich heraus, dass ich nichtmal einen Kilometer davon entfernt wohne, also hieß es trotz strömenden Regens: hin!
Selten so einfach und „unbemerkt“ irgendwo reingekommen. Kaum drin merkt man auch warum. Da ist ziemlich alles verloren. Es fehlt das halbe Dach, der Regen scheint drin fast schlimmer zu sein als draußen. Überall tropft es, der Boden ist halb geflutet.

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Camera
NIKON D5000
Focal Length
18mm
Aperture
f/3.5
Exposure
1/45s
ISO
800
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Camera
NIKON D5000
Focal Length
18mm
Aperture
f/4
Exposure
1/60s
ISO
400
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Camera
NIKON D5000
Focal Length
18mm
Aperture
f/3.5
Exposure
1/30s
ISO
1600

Leider kann man auf den Bildern die Unmengen an Regentropfen, die von der Decke kamen nicht sehen 😦 Es war auf jeden Fall ziemlich eindrucksvoll. Alles in allem steht leider wirklich nicht mehr viel von der ehemaligen Fahrzeughydraulik. Was wirklich noch begehbar ist, ist die oben gezeigte Haupthalle, die durchaus ihren Charme hat. Erinnerte mich irgendwie an den Teil des Wirkbaus, den ich unter Gashavariehahn mal vorgestellt hatte.

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Camera
NIKON D5000
Focal Length
18mm
Aperture
f/4
Exposure
1/60s
ISO
400

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Im Obergeschoss muss man mehr als vorsichtig sein. Die Decke ist mehr als marode. Irgendjemand war wohl damals der Meinung, dass Spanplatten auf Stahlträgern als Boden absolut ausreichend sind. Damals hats offensichtlich nicht reingeregnet. Man muss wahnsinnig aufpassen wo man hintritt. Trotz allem halten die alten Betontreppen und man kann wenigestens darüber einige schöne andere Blickwinkel erreichen. Man schaffts sogar bis ins Dach quasi 😉

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Und nun, last but not least, das obligatorische Astra Bild ❤ (leider konnte ich bei dem Wetter nicht rumseifenblasen ….) Ich arbeite momentan ziemlich viel, aber cih versuche so zeitnah wie nur möglich Objekt Nummer 2 vorzustellen, die ehemalige Riemann Lampenfabrik, ihr dürft wie immer gespannt sein 🙂

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 UPDATE: komplett abgerissen

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Begängnisse

Es war verhältnismäßig „lange“ ruhig. Durch die Beinverletzung hab ich mich vorerst nicht so wirklich getraut, aber jetzt siegt der Leichtsinn wieder, deshalb waren wir gestern Abend auch gleich in 2 Fabriken.
Beide erstaunlicherweise ganz gut begänglich, aber auch dachlos. Dazu dann später mehr.

Ihr dürft euch also gleich auf 2 neue Objekte freuen 🙂

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Lethargie zum Sonntag

oder auch „Früher war alles besser“….

Kurze Grundsatzdiskussion für zwischendurch…

Als ich noch vor ein paar Jahren in alte Gebäude eingestiegen bin war das alles irgendwie deutlich einfacher. Man suchte sich ein Gebäude aus, schlich 2-3 Minuten ums Gelände, schaute sich um, ob es Muggel bzw. potenzielle Störenfriede gibt und ging schnurstracks durchs nächste Gebüsch zu einer offenen Tür und war drin.
Entweder suche ich mir mittlerweile immer die falschen Gebäude aus oder es hat sich was das Thema Sicherung und Schutz angeht wirklich viel getan. Immer öfter komplett verrammelte Fenster, zugeschweißte Türen und kein einfacher Weg mehr hinein. Gut für die Gebäude, schlecht für mich und alle anderen Urbexer.
Im Normalfall sind die Gelände jedoch vorher einfacher zu begehen gewesen und deshalb trotzdem schon komplett verwüstet und besprayt.
Von den letzten 5 Begehungen waren 4 ein kleiner Kampf. Bisher war ich nie durch Fenster eingestiegen, weils einfach nicht nötig war, in den letzten 2 Monaten musste ich jedoch zum Kletteräffchen mutieren. Immerhin, im Normalfall findet sich wenigstens 1 zerbrochenes Fenster oder ein kleiner Spalt, durch den ein Hobbit wie ich sich durchzwängen kann, aber die Verletzungsgefahr ist eben auch deutlich höher. Im Kulturpalast habe ich mir beim hochziehen aufs Fensterbrett meinen Arm gezerrt, diese Woche eine erhebliche Stichverletzung am Oberschenkel zugezogen, weil ich eine Glasscherbe, die noch im Fensterrahmen steckte, übersehen hatte.
Ein Gelände, das ich vor Jahren bereits besucht hatte (das auch einfach zu begehen war) ist mittlerweile eine kleine Festung. Ein Tor an dessen Seite man sich gekauert durchquetschen musste, eine zugeschweißte Tür beim ersten Gebäude, die jedoch einen etwa 30 cm hohen und 80 cm breiten Spalt hatte um hereinzukrabbeln, und dann beim nächsten Gebäude wieder das Spiel, durch ein hoch gelegenes Fenster rein und aus dem Raum wiederrum durch ein anderes Fenster wieder in den nächsten Gebäudeabschnitt.
Und damit ist es keine Ausnahme. Beim Objekt von vor 3 Wochen nahezu das selbe Spiel. Durch Müllberge waten, über und unter Baumstämmen durchklettern um zu einem von insgesamt 3 zu überwindenden Fenstern zu kommen.
Früher war das alles mal einfacher :/
Anderseits schreckt das vermutlich die meisten Vandalen und Penner ab, was durchaus sein Gutes hat. Auch Kupferdiebe werden sich wohl kaum diesen Weg machen.
Vielleicht wird diese extreme Verbarrikadierung einige Gebäude einige Jahre länger aufrechterhalten. Ich will es hoffen….

Oder such ich mir wirklich unbewusst die „falschen“ Objekte aus? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

by the way: interessantes Kunstprojekt mit einem verlassenen Objekt und ein durchaus schönes Lied 😉


Arbeitslager Teil II

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Das Gebäude wurde zu KZ Zeiten mehr oder minder als „Wohnhaus“ genutzt. „60 Krankenbetten für Kriegsgefangene und ausländische Zivilarbeiter“, im Untergeschoss Waschmöglichkeiten. Die Aufteilung findet sich auch immernoch, allerdings kann nur eines der Geschosse genutzt worden sein, denn bei 60 Betten auf 3 gigantischen Etagen wäre es ein ziemlich gemütliches Konzentrationslager gewesen. Was nun im „Werk I“ wirklich war, ist nicht ganz ersichtlich. Eigentlich befand sich das KZ einige Meter entfernt in kleinen Baracken, allerdings findet sich auch der obrige Satz. Alles etwas verwirrend, ebenso dass das Buch vom Werk 2 als Arbeitsort spricht, allerdings die Häftlingsberichte von 1 Stunde Fußmarsch und etwas von 4 km etwa erzählen, obwohl die genannte Fabrik vielleicht 500m bis max 1 km entfernt liegt. Ebenso halten sich Gerüchte, dass es eine unterirdische Flugzeugfabrik im Wald gibt/gab, davon berichten auch einige Häftlinge. So wirklich schlau bin ich weder aus Buch, noch aus Gelände geworden.

Widmen wir uns dem Obergeschoss. Hier ist zu erwähnen, dass man wirklich vorsichtig sein muss, da die nebenan wohnende Familie viel draussen rumkraxelt und man zwangsweise dauernd im Sichtbereich steht.

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Viele Poster, noch einige Gegenstände und Möbel lassen sich finden. Unendlich viele Türen. Die Toiletten sind (was wirlich recht selten und warum auch immer lobenswert ist) noch ganz und mit Klopapier und Bürste ausgestattet! 😀

Sonst fällt einem bereits im Untergeschoss die unglaubliche Nässe auf. Im Obergeschoss ist nicht wirklich ersichtlich, warum es bereits im Untergeschoss regnet. Im ersten und zweiten OG ist es nämlich das selbe Bild, ohne, dass irgendwo ein fehlendes Stück Decke der Grund dafür sein könnte. Die Stockwerke sind massiv mit Algen und Schimmel durchzogen, man kann an einigen Stellen die tatsächliche Wandfarbe kaum noch erkennen. Einige Teile des Gebäudes haben wir aufgrund der Wassermengen nicht mal betreten, nach der Verletzung am Bein wollte ich ungern noch einen Deckendurchbruch riskieren.

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Sooooo viele Bilder und so viel zu sagen und doch keine Worte die man findet…. Ich versuche mich mal am Fazit…

Es ist ein wirklich schönes und sehr geschichtsträchtiges Gebäude und für jemanden mit Interesse an derartigen Themen durchaus einen Besuch wert. Es ist ziemlich allein und abseits im Wald und man hat gute Parkmöglichkeiten.  Negativpunkte sind die Familie, die genau gegenüber wohnt und die Nässe.  Aber irgendein Problem hat man wohl immer, seien es Muggel, Zustand oder Reinkomm-Möglichkeiten. Daher: wem die Bilder gefallen, dort siehts noch so aus, ihr könnt euch selbst davon ein Bild machen 😉 wem nich…. vielleicht ist das nächste Mal ein „passenderes“ Objekt dabei 😀

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Arbeitslager im Erzgebirge

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Wie bereits schon angekündigt nun Part 1 von sicherlich mehreren vom „Lehrlingswohnheim“. Hier erstmal zum Thema Untergeschoss.

Ich bin darauf eher zufällig gestoßen als ich ein anderes Objekt gesucht habe. Alles was ich gefunden hatte wies darauf hin, dass es sich um ein Wohnheim für Azubis gehandelt hatte. So weit so gut. Aber was wäre die Welt ohne Google. Nach einigen Klicks findet sich die ursprüngliche Nutzung des Gebäudes: ein Konzentrationslager für ukrainische und türkische Jüdinnen (in der Tat gibt es mehrere Bücher, auch als E-Book, zu diesem Gelände mit Augenzeugenberichten bla bla). Vergast wurde hier allerdings niemand. Auch die Schlafbaracken, von denen im Buch gesprochen wird stehen nicht mehr. Dieses erwähnt die Fabrik (leider noch intakt), das Massengrab (heute Denkmal mitten im Nichts), die Baracken und das Gebäude ganz hinten. Welche Bedeutung ausgerechnet dieses Gebäude hatte muss ich mich noch durchlesen, denn Maschinen oder ähnliches steht hier nicht. Was allerdings auch an der späteren Nutzung liegen könnte. Ich bin gespannt. Allerdings hat die spätere Nutzung durch die Azubis den bitteren Beigeschmack der Euthanasie, das flaue Gefühl was man sonst in solchen geschichtsträchtigen Gebäuden bekommt, neutralisiert. Die unzähligen Teenie-Star Poster und die gestern bereits gezeigte Meinzelmännchen-Tapete könnten der Grund dafür sein. Kurzer mh seltsam Moment waren die Duschen im Untergeschoss, allerdings, wie gesagt, hier wurde generell nicht vergast. Trotz allem lag die Häftlingssterblichkeit bei 50-60%.

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Kommen wir zum Inneren. Schon im unteren Bereich tropft es von der eigentlichen intakten Steindecke. Der Boden ist aufgequollen und voller Dreck. Irgendjemand hat Unmengen an Autoreifen „entsorgt“. Es ist recht duster und all meine Bilder erhalten einen seltsamen Grünstich. Fundstücke unten sind ein „Champs Elysees“-Tablett, massige Alf-Aufkleber an den Türen und ein August Horch Gedenkeimer mit alten Flaschen destilliertem Wasser.

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ganz viele tolle Korridore, zu finden in den nächsten Tagen bei deviantart, das wird hier sonst zu viel. Daher jetz noch ein von draussen Bild, für alle die vielleicht schon grob wissen, was ich meine, aber sich nicht sicher sind 😉

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mach mal was Dummes II

kleiner dämlicher Zwischeneinschub.

Wie gesagt gestern Urbex-Ausflug und wie es sooft ist, gibt es die Möglichkeit entweder vor aller Augen durch eine Tür reinzugehen (in dem Falle wohnte direkt eine Familie gegenüber, die auch noch draussen saß) oder auf der Hinterseite durch ein Fenster einzusteigen, insofern bereits eins kaputt ist. War es und da ich sowas in relativer Regelmäßigkeit tue, hatte ich auch weniger Bedenken vorneweg zu kraxeln.Bis auf den Fenstersims zu kommen ging schon, allerdings im Raum lag ziemlich viel Mist auf dem Boden und nichts zum draufsteigen. Runterspringen gehört nicht zu meinen Optionen, da ich einen Knochensplitter im Schienbein habe. Also elegant versuchen sich so zu drehen, dass man irgendwie heil „runterrutschen“ kann. Blöd nur wenn da noch kleine Teile der Scheibe im Fenster stecken. Auuuutsch, Hose putt, Bein au. Innenschenkeloberseite einmal reingepiekt. Tat weh aber hat nicht gesuppt, also schön weitergemacht.

Gestern Abend dann iiiirgendwann mal begutachtet, was genau da denn jetzt so weh tut. Glassplitter und ne erschreckend tiefe Stichverletzung ._.

Bei der Frau Ärtzin stellte sich heut früh heraus, dass man nur bis 8 Stunden nach der Verletzung nähen kann/sollte. Dödöm!

Also liebe Urbex-Kinder, Obicht bei halbwegs harmlos wirkenden Sachen und wenn was passiert, so bescheuert die Erklärung für den Arzt ist, lieber gleich mal gehen…. 😀


kleiner Vorgeschmack

vom heutigen kleinen Ausflug. 🙂

kleines Schmuckstück mit prekärer Vergangenheit, auch wenn man das heute nicht mehr unbedingt spürt oder sieht. Zunächst, das obligatorische Astra Bild 😉 (auch wenn das mit dem ganz scharf leider mal wieder nicht geklappt hat -.-„)

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Dann ein kleines tolles Detail aus einem der Zimmer, dass, wenn man den vorherigen Nutzen des Hauses kennt, etwas seltsam, aber herzallerliebst ist.

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und zu aller letzt das zweite Laster, neben der Astra Sache: Seifenblasen 😀

Mehr zu sehen gibts morgen, dann auch etwas mit inhaltlichem und historischen Input 😉

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