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Vorspiel: Ibug 2o17 – SPEMAFA

Wuuuuuuuuuuhu Ibug 😀

mein allerliebstes Lieblings-Event des Jahres und diesmal bin ich dank Festivalticket alle 3 Tage vertreten. Start dementsprechend gestern und ich muss sagen Freitag Nachmittag/Abend ist wirklich absolut tiefenentspannt. Man kann ungestört Bilder machen ohne dass alle 2 Sekunden jemand ins Bild läuft. Schönes Wetter, tolles Gelände und wie schon die Jahre zuvor überragende künstlerische Werke.

Da ich wie gesagt alle Tage vertreten sein werde habe ich noch keine Zeit gehabt die Bilder zu sichten und habe vermutlich auch noch nicht alles erwischt was unbedingt gezeigt werden sollte (beispielsweise fehlt mir noch der komplette Brühl). Um euch trotzdem nicht gänzlich zu enttäuschen ein paar kleine Einblicke vorweg und später dann die geballte Ladung 😉

Ich kann jedem, egal ob jung oder alt, nur empfehlen sich das mal anzuschauen. Möglichkeit dazu habt ihr dieses Wochenende und am darauf folgenden. Mehr Infos gibts auf der Ibug Seite

und zum Schluss etwas bei dem ich durchaus schmunzeln musste und es mir bei den Begehungen gewünscht habe (13/25 Punkte)

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Camera
NIKON D5000
Focal Length
18mm
Aperture
f/4.5
Exposure
1/80s
ISO
400
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Villa Pfau

Ein Objekt, dass vielen zumindest rein optisch bekannt ist. Die Architektur und die Lage sind in der Tat sehr beeindruckend und schön. Allerdings lässt der Zustand des Objektes stark zu wünschen übrig. Im Rahmen der IBug letztes Jahr habe ich dieses Objekt besucht, da es einen Steinwurf von einem der Veranstaltungsorte entfernt war, da es sich um eine Fabrikantenvilla handelt. Eine Absperrung sucht man vergeblich. Trotz IBug waren wir vollkommen allein in der Parkanlage und unbeobachtet als wir uns durchs Dickicht schlugen. Die imposante Aussentreppe, die die Villa unverkennbar macht ist leider zumauert. Zwar kann man einige Stufen besteigen, jedoch kein neues Geschoss erreichen. Einen Weg hinein haben wir trotzdem gefunden.

Das Innere überzeugt durch seine Stuckarbeiten, die Wandmalereien (damit sind nicht die Graffitis gemeint, die waren nicht wirklich künstlerisch wertvoll) und die restlichen Überbleibsel der Holzvertäfelungen und Treppe. Vor 100 Jahren war die Villa sicherlich für jeden Besucher sehr beeindruckend. Erst recht auf so einem Dorf. Im, ich nehme an Wohnzimmer oder Empfangsraum, indem sich der Kamin befindet, fehlt die Hälfte der sicher einst imposanten Treppe. Ein großes Fenster und der danebenliegende  rundliche Erker sorgen auch trotz des desaströsen Zustands für eine gemütliche Atmosphäre. Zum Glück gibt es eine weitere Treppe, die noch mehr oder weniger intakt ist. Jedoch ist diese aus Holz, also nur mit Vorsicht zu betreten.

Die Räume sind weniger pompös gestaltet, haben zum Teil aber auch Deckenverzierungen udn wunderschöne Fenster. An sich hat das Haus eine wirklich schöne Größe. Beispielsweise für eine Familie mit Kindern oder für Karrieremenschen mit Home Office. Auch das Grundstück und der angrenzende Park sind wunderschön und ruhig. Der Grund für den Verfall und den Leerstand liegt wohl nicht nur an der äußerst Auto- und LKW unfreundlichen Hanglage, sondern vorallem an Crimmitschau. Hier ist wirklich der Hund begraben und die nächstgelegenen Städte, die man über die A4 erreicht sind auch nicht unbedingt sooooo sehenswert. So gammelt das Objekt vor sich hin in seinem Dornröschenschlaf und wartet darauf von einem Investor wieder erweckt zu werden. Ich hoffe es sehr, denn die Villa ist wirklich schön und es wäre mehr als schade um sie.

weiteres Highlight an dem Haus ist das Türmchen auf dem Dach, das man durch eine wunderschöne Wendeltreppe besteigen kann. Das Dach der Villa hat sicherlich bessere Zeiten gesehen aber der Ausblick macht das wieder wett. Selbst hier oben hat man nicht an Verzierungen und aufwändigen Malereien gespart. Man könnte Stunden da oben verbringen… ich kann jedem nur zu einem Besuch raten, es lohnt sich, auch wenn es aufgrund der Größe des Objekts eher ein Urbex Quickie ist.


die alte Videothek

 

Anfang des Jahres brachte mich Herr Spaceboy zu einem Objekt das ich kenne seit ich klein bin, an dem ich so oft vorbei fahre und nie gedacht hätte, dass man bei der Lage offene Türen vorfindet. 3 aneinander gereihte Mehrfamilien-Altbau-Häuser, wovon eines eine Videothek als Mieter hatte. Früher zumindest. Nun findet man ausser einigen Filmplakaten nichts mehr davon.

Aufgrund der doch sehr guten Lage hatte ich wie erwähnt weder mit offenen Türen noch mit erwähnenswerten Entdeckungen gerechnet, jedoch entpuppten sich die Gebäude als wirklich schön, gerade das Tredppenhaus. Typisch Altbau mit Kachelöfen, Doppelflügeltüren und höchst stylischer Tapete. Als ich noch klein war, war zumindest die Videothek noch aktiv, dass Mitte Ende der 90er tatsächlich noch Leute so gewohnt haben scheint aus heutiger Sicht unvorstellbar. Ich hatte von Anfang an ein flaues Gefühl im Magen. Wäre ich Penner, würde ich mich definitiv, wenn es geht, im Nobel- statt im verpöhnten Asi-Viertel niederlassen. Das Gefühl war intensiv, jedoch erkundeten wir ungestört die ersten beiden Eingänge. So schlicht ein Altbau nur sein kann, wie viele restliche Gebäude der Zeit und des Viertels. Wunderschön.

Highlight ist trotz allem eindeutig das letzte Haus an der Ecke mit der Videothek. Das Treppenhaus ist imposant, die Tapete unübertroffen. Im zweiten Stockwerk ist bereits zu riechen, dass wir hier nicht die ersten gewesen sind, die auf den Gedanken gekommen sind hier rein zu gehen. Es riecht bestialisch nach menschlichem Schweiß und Fäkalien und nimmt einem die Luft zum Atmen. Das ungute Gefühl kehrt wieder und soll sich wenige Sekunden später bewahrheiten. Schritte, Rumpeln. Das sind die Momente in denen ich mich für mein Hobby hasse. Ich hatte bereits mehrfach unschöne Begegnungen und versuche sie zu vermeiden wo es nur geht. Vermutlich haben wir den Obdachlosen geweckt, denn die Geräusche kommen aus der selben Wohnung in der wir uns gerade befinden. Verzweifelte Blicke, taktische Handzeichen, Luft anhalten und dann so schnell wie möglich das Treppenhaus hinunter und raus.

 

Mittlerweile stehen Container vor den Häusern, sie scheinen ausgebaut zu werden. 🙂


Once more with Feelings – VEB Fettchemie

 

Einmal mehr in der alten Fettchemie, als eines meiner ersten Objekte gehört es auch definitiv zu den am meisten von mir besuchten. Ich finde immerwieder etwas schönes daran.

Verändert hat sich in all den Jahren so viel und doch so wenig. Man sieht eindeutig den Verfall fortschreiten, hauptsächlich ist dieser aber bedingt durch Vandalismus. Softair BBs überall, mehr Müll, kein Kabel mehr in der Wand. Und trotzdem, es zieht mich immer wieder in seinen Bann.

 

Es sind sehr viele Bilder geworden, gerade von den Dächern, auf die ich mich bislang nie getraut hatte. Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, sind die Bilder diesmal auch Rohbilder eben wegen der großen Anzahl und weil sie eigentlich nur für mich sein sollten, nostalgischer Erinnerungsschwalg für später und um die Veränderungen einmal direkt im Vergleich zu sehen. Ich hoffe die kleinen Einsichten gefallen euch trotzdem 😉

 

 


das verlassene Kinderheim

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Wie bereits angekündigt war es letzte Woche mal wieder soweit. Ausflug ins Nichts. Kleine verwinkelte Dorfstraßen, die mich als Städter total wahnsinnig und mir Angst machen. Jetzt bloß kein Gegenverkehr… und immer wieder das „wo zur Hölle sind wir denn?“. Zum Glück war es früh und wir beide noch ziemlich gut gelaunt. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir laut Navi das Ziel. Parkplätze gibt es und wir beschließen das Gelände erstmal zu umlaufen, um die Umgebung kennenzulernen. Es gibt viele Anwohner, mehr als gedacht, leider auch „mitten“ im Gelände und da es recht warm ist arbeiten viele im Garten. Schlechte Vorraussetzungen. Wir finden einen öffentlichen Weg hinein, da es in einigen Gebäuden offenbar noch Gewerbe gibt. Das charakteristische Gebäude mit den Türmchen und der Uhr scheint nicht begehbar zu sein. Viel zu verrammelt und da wo man eventuell könnte wird man definitiv gesehen. Frust macht sich breit. Einer der direkten Anwohner beschallt das halbe Dorf mit Hitradio RTL.

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Im hinteren Gelände entdecken wir bei einem Gebäude eine offene Tür. Erleichterung. Es ist staubig aber noch recht gut erhalten. Es hat einen Schulgebäudecharakter. Wie fast immer arbeiten wir uns von unten nach oben oder versuchen es zumindest, denn der „kleine Keller“ entpuppt sich als verschachteltes Wunderwerk. Viele Räume, darunter Wasch- und anscheinend Schlafräume, sowie ein Schacht. Ein niedriger schmaler Gang ins Dunkel. Man sieht wirklich überhaupt nichts. Eine sehr starke gute Taschenlampe ist unumgänglich, wenn man sich nicht ständig den Kopf anrammeln, in Spinnweben laufen, ausrutschen oder stolpern will. Er führt in ein anscheinend anderes Gebäude. Ein Heizhaus? Es scheint kein Obergeschoss zu geben, nur noch mehr dunkle Ecken und Winkel. Wir schauen uns um und betreten schließlich den nächsten schmalen Gang. Es tropft, es ist nass und nicht ganz geheuer. Man hört ein Plätschern. Schließlich kommen wir in einen „Schlafsaal“. Nass-kaltes Katakombengewölbe mit Rohren an der Decke. Kleine Fenster nach oben machen nur sehr wenig Licht. Zwei Stühle und ein Tisch stehen vorn. Auf dem Tisch wurden Hakenkreuze und SS Symbole in den Staub gemalt. Dahinter 4 Metallbetten. Wir sind beide irritiert und irgendwie betroffen. Das hat hier keiner für Fotos oder ähnliches hier hin gestellt, das war wirklich. Zwar war das Heim für schwererziehbare Kinder und Jugendliche, aber sowas hat niemand verdient. Da möchte ich nicht Kind gewesen sein….#

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Hinter weiteren Ecken und Verwinklungen finden wir endlich eine Treppe nach oben. Wo genau wir jetzt sind wissen wir nicht. Auch hier hat erstmal alles eher Verwaltungscharme. Überall liegen Zeitschriften „Medizin+Kunst – das Kunstmagazin für den Arzt“ in diversen Ausgaben. Diese finden sich im kompletten Gebäude an der Wand, auf den Böden, umgebastelt als Kunst, …. wieder mal stellen wir fest, dass Kunst eindeutig relativ ist. Wir scheinen in einem der Gebäude zu sein, das nah an dem Radio-Beschaller zu sein scheint. Lautstark hört man Musik. Bei Helene Fischer und co eiiiindeutig ein Nachteil, aber Schiller vs. Heppner – Dream of you hat tatsächlich zu guter Laune und peinlichem Rumgetanze meinerseits geführt 😀 Alles in allem, auch bei dann eher fragwürdigerer Musik, hat es den Vorteil, dass man sich zumindest unterhalten kann ohne Angst zu haben, dass man direkt gehört wird. Zurück zum Gebäude. In einigen Räumen fehlt bereits die Decke zum Obergeschoss und irgendjemand hatte eine perverse Freude dran bereits genannte Magazine und einzelne Schuhe zu verstreuen. Im ersten Stock erweist sich der Boden an den Stellen wo er noch da is als mehr oder minder vertrauenserweckend steinig. Leider haben die Räume nicht allzu viel zu bieten. Dafür kommen wir nach einer Weile in einen kleinen schönen Dachboden und stellen dann fest: Mensch, das ist das ominöse „Hauptgebäude“ mit der Uhr. Danke dafür lieber Kellergang 😉

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Wir gehen zurück durch die dunklen Gänge in das Gebäude in dem wir eigentlich angefangen hatten. Es gibt über dem Erdgeschoss nur noch 1 Etage, danach folgt direkt ein ökonomisch fragwürdig gestalteter Dachboden. Absolute Platzverschwendung aber hübsch. Rechts nach der Treppe direkt Dachboden, links eine Treppe in ein Zwischenteil des Dachbodens und ein Gang mit Zimmern. Hier bestätigt sich das Klischee Dorfjugend -> Nazis, oder in dem Fall Skins und oder beides, aus den Skizzeleien wird man nicht ganz schlau, ausser das Juden und Punks doof und Skins und Nazis der absolute Oberhammer sind. Ohne Worte….  Allerdings verbirgt der Gang ein weiteres makabres Highlight. Hinter einer der Türen versteckt sich ein Raum mit einer Zelle. Ausgestattet mit Klapptisch und -bank und einer Holzpritsche. In die Wand ist ein Pentagramm geritzt dessen untere Spitze in ein umgedrehtes Kreuz verläuft. Sicherlich die Tat späterer Besucher, dennoch, die Methoden, die dieses Kinderheim offenbar verwendet hat entsetzen mich. Man will vielleicht nicht unbedingt wissen, was in diesem Heim alles passiert ist…

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Wir begeben uns mit einem flauem Gefühl im Magen wieder nach draussen in die Sonne. Weiter hinten befindet sich noch ein Gebäude, bei dem ebenfalls nach einiger Zeit Suche eine offene Tür Zutritt verschafft. Jetzt herrscht wirklich Schulgebäudecharakter. Über den Türen sind Stuckbildchen. Im Korridor steht ein Wasserspender. Trotz Faszination begeben wir uns Richtung Keller. Unten angekommen wieder mehrere Zimmerchen und ein komplett vollgemüllter Raum, der eher aussieht als hätte jemand sein Umzugskrempel zwischengelagert. Bücher, Geschirr, Möbel, Kontoauszüge, Fotos, …. der Raum dahinter ist komplett eingestürzt. Durch einen erneueten Schleichgang im Keller kommen wir in ein weiteres mittleres Heizhaus (oder was auch immer) und von dort aus in ein weiteres Gebäude. Mittlerweile haben wir beide völlig die Orientierung verloren. Das Gebäude gleicht zunächst den vorherigen, verfügt jedoch über ein Physik-Klassenzimmer.

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Herbstlaub, Sonne, Seifenblasen. Zwar ist es kalt und die Stimmung durch die Geschichte des Geländes irgendwie etwas betrübt aber es ist einfach nur schön.

Damit verabschieden wir uns total durchgefroren von diesem beeindruckenden Gelände.

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textima Verwaltungsgebäude

Teil 1 von 2 vom letzten Begängnis am Dienstag.

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Rausgesucht habe ich mir ein Objekt, das ich vor fast 7 Jahren als allererstes mal besucht habe. Damals als Geocache Gashavariehahn. Seitdem war ich nicht mehr da aber es hat sich vieles geändert. Die Sicherheitsvorkehrungen sind drastisch verschärft worden und es ist nicht mehr allzu einfach reinzukommen. Den Cache gibt es anscheinend auch nicht mehr. Das Gelände besteht aus 2 Teilen, einer alten Fabrik und einem großen Plattenbau, indem früher die Textima Verwaltung war.

Heute erstmal zu diesem Gebäude. Das schönste ist es nicht mehr. Komplett vollgesprayt und verrammelt. In einem Abschnitt ist ein ausländischer Autohändler untergebracht, es ist also äußerste Vorsicht geboten, mit denen ist denke ich nicht zu spaßen. Wie jedes Verwaltungsgebäude ist es weniger spektakulär, beherbergt aber eine ganze Menge Unterlagen zu verscheidensten VEB Betrieben. Warum auch immer. Zudem alte Lackdosen und Getränkeflaschen (haltbar bis Februar 1991, nomnom! :D)

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Offensichtlich wird es auch noch „bewohnt“. Zum Glück habe ich niemanden angetroffen, dafür aber mehr als genug Hinterlassenschaften (Obacht sei geboten, immer auf den Boden gucken, da hat jemand in gefühlt jedem Zimmer Tretminen verteilt o_O da erspar ich euch mal ein Bild…)

Was sei sonst noch gesagt….. Treppen, vollgemüllte Zimmer, ein komplett schimmeldes zweites Stockwerk und gaaaanz viel Teppichboden und gute DDR-Einbauschränke 😉 und wahnsinnig viel Grafitti. 2 jugendliche Vollpfosten scheinen sich über Wochen hinweg „gebattled“ zu haben. Dabei hat „roze“ augenscheinlich gewonnen, da es kein Fenster und keine Wand ohne seinen Schriftzug gibt.

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Trotz allem und wie eigentlich immer gibt es aber auch seine schönen kleinen Ecken und viel zu erkunden. Ein Besuch lohnt sich aufgrund der Fabrik nebenan und weiteren Lost places in der direkten Nachbarschaft auf jeden Fall. Die Polizei stand blöderweise draußen, als ich wieder raus bin, deshlab habe ich erstmal die restlichen gelassen und werde mich ihnen ein anderes Mal widmen. Nächste Woche gibts dann auf jeden Fall einiges von der Fabrik nebenan zu sehen, ihr dürft also wie immer gespannt sein 😉

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