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Wanderer Werke & Robotron

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Ein Gelände, das ich öfter besucht habe als alle anderen. Ein Gelände, das mir unheimlich am Herzen liegt und mich ebenso begeistert, wie schmerzliche Erinnerungen in mir hochkommen lässt.

Wie sich der ein oder andere vielleicht erinnert ist der Robotron Komplex das ehemalige Airsoft Gelände meines Teams. Lange Rede kurzer Sinn, es entpuppte sich entgegen aller Behauptungen des damaligen Teamleaders als illegal und somit mussten wir das Gelände von heute auf morgen verlassen. Ich wurde aufgefordert alle Beiträge, die mit dem Teamleader zu tun hatten zu löschen, was ich tat. Auch hier bei WordPress. Mittlerweile hat sich das Team von K9 zu Paradox Airsoft weiterentwickelt, wir haben die Führung gewechselt und legal und offiziell mein Lieblingsgelände, das alte Bahnkraftwerk in Hilbersdorf, gepachtet (Wunderwerk der Architektur, noch etwas mehr vom Bahnkraftwerk, Wiederholungstäter). Nichtsdestoweniger habe ich unzählige Bilder vom Wandererwerk und Robotron, die ich euch nicht weiter vorenthalten möchte.

Das Robotron Gelände liegt zwar relativ zentral, ist jedoch gut abgeschirmt gegen neugierige Blicke. Anwohner gibt es kaum. Teile vom Wandererwerk werden noch genutzt, daher sollte ein Besuch definitiv nur am Wochenende stattfinden (und übrigens auch nur, wenn nicht gerade eine Veranstaltung in der Messe ist, da könnte man von Besuchern vom Parkplatz aus durchaus gesehen werden). Ich habe mich bei der ersten Begehung direkt in das Gelände verliebt. Damals 2014 habe ich mit meinem Begleiter Maurice beide Objekte erkundet und fotografiert als wir zufällig auf das Airsoftteam trafen und uns gelinde gesagt vor Schreck fast in die Hose gemacht haben ^^. Seitdem bin ich deren Teamfotografin.

Im Hof stehen (beziehungsweise standen, wer weiß) zwei hübsche Trabis. Die Gebäude sind relativ gut in Schuss, bis auf das Dach, das an einigen Stellen bereits durchgebrochen ist. Viel grün und einiges an Überbleibseln aus der Zeit, in der noch Leben in der Fabrik herrschte. So zum Beispiel an Design, Material und Farbe unübertroffene Gardinen, die einen in die tiefste DDR zurück versetzen. Auch ein Haufen alter Telefone findet sich im Obergeschoss. Es gibt unheimlich viel zu erkunden.

2015 war ich fast jedes Wochenende da und habe das Team begleitet, daher existieren zum großen Teil In-Game-Bilder, deren Fokus auf den Spielern liegt, jedoch auch das Gelände zeigen. Ich denke, um mehr Blickwinkel auf das aussergewöhnliche Gelände zu bekommen, ist das trotzdem gut geeignet und wie gesagt, mittlerweile ist es nicht mehr bespielt (falls doch, dann ist es defintiv illegal), ihr braucht euch also keinen Kopf machen, dass plötzlich bewaffnete Jungs um die Ecke kommen 😉

Das Robotron Gelände besteht aus dem Hauptbau, der über die Verbindungsbrücke zum restlichen Verwaltungskomplex führt, vielen Garagen und kleine Flachbauten, sowie verschiedenste Vegetation auf dem Gelände. Für Airsoft war es somit perfekt. Wer das Gelände erkunden möchte sollte wenigstens 4 Stunden einplanen, um alles sehen zu können (ausser ihr fotografiert nicht, dann ist die Sache in anderthalb/zwei Stunden auch erledigt).

Wie es mittlerweile auf dem Gelände aussieht weiß ich nicht und irgendwie will ich es auch gar nicht wissen, das alte Bild von ihm in meinem Kopf bewahren und vergessen was alles vorgefallen ist. Robotron war mein Anfang vom Ende und hat mich geprägt wie kein zweites Objekt. Freud und Leid liegen hier so nah beieinander wie Genie und Wahnsinn…

Trotzdem denk ich gern daran zurück, gerade jetzt, wenn ich die gut 15.000 Bilder sichte, die ich im Laufe der Zeit vom Robotron Gelände gemacht habe. Auch wenn ich selbst wohl keinen Fuß mehr drauf setzen werde, kann ich nur jedem Urbexer raten sich dieses Objekt mal anzuschauen <3.

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die alte Videothek

 

Anfang des Jahres brachte mich Herr Spaceboy zu einem Objekt das ich kenne seit ich klein bin, an dem ich so oft vorbei fahre und nie gedacht hätte, dass man bei der Lage offene Türen vorfindet. 3 aneinander gereihte Mehrfamilien-Altbau-Häuser, wovon eines eine Videothek als Mieter hatte. Früher zumindest. Nun findet man ausser einigen Filmplakaten nichts mehr davon.

Aufgrund der doch sehr guten Lage hatte ich wie erwähnt weder mit offenen Türen noch mit erwähnenswerten Entdeckungen gerechnet, jedoch entpuppten sich die Gebäude als wirklich schön, gerade das Tredppenhaus. Typisch Altbau mit Kachelöfen, Doppelflügeltüren und höchst stylischer Tapete. Als ich noch klein war, war zumindest die Videothek noch aktiv, dass Mitte Ende der 90er tatsächlich noch Leute so gewohnt haben scheint aus heutiger Sicht unvorstellbar. Ich hatte von Anfang an ein flaues Gefühl im Magen. Wäre ich Penner, würde ich mich definitiv, wenn es geht, im Nobel- statt im verpöhnten Asi-Viertel niederlassen. Das Gefühl war intensiv, jedoch erkundeten wir ungestört die ersten beiden Eingänge. So schlicht ein Altbau nur sein kann, wie viele restliche Gebäude der Zeit und des Viertels. Wunderschön.

Highlight ist trotz allem eindeutig das letzte Haus an der Ecke mit der Videothek. Das Treppenhaus ist imposant, die Tapete unübertroffen. Im zweiten Stockwerk ist bereits zu riechen, dass wir hier nicht die ersten gewesen sind, die auf den Gedanken gekommen sind hier rein zu gehen. Es riecht bestialisch nach menschlichem Schweiß und Fäkalien und nimmt einem die Luft zum Atmen. Das ungute Gefühl kehrt wieder und soll sich wenige Sekunden später bewahrheiten. Schritte, Rumpeln. Das sind die Momente in denen ich mich für mein Hobby hasse. Ich hatte bereits mehrfach unschöne Begegnungen und versuche sie zu vermeiden wo es nur geht. Vermutlich haben wir den Obdachlosen geweckt, denn die Geräusche kommen aus der selben Wohnung in der wir uns gerade befinden. Verzweifelte Blicke, taktische Handzeichen, Luft anhalten und dann so schnell wie möglich das Treppenhaus hinunter und raus.

 

Die Häuser wurden ausgebaut und sind zum Teil schon vermietet 🙂


Innenansichten Lungenheilstätte Borna

Wie im Beitrag „Urbexerfreundlich“ angekündigt, waren Herr Spaceboy und ich im Anflug von Langweile erneut in der alten Lungenheilstätte. Das letzte mal im Juni war ich allein und habe mich nicht reingetraut. Der Einstieg ist nichts was man unbedingt allein machen sollte. Prinzipiell derartige Erkundungstouren.

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Nach einem kleinen Waldspaziergang erreichen wir das erste Gebäude. Im Juni waren noch alle Fenster und Türen durch Metallkäfige verriegelt. Mittlerweile kommt man ohne Probleme in den Keller, da augenscheinlich mit einem Akkuschrauber oder ähnlichem sich Zugang verschafft hat. Dumm nur, dass es eine Tür ist, die nicht wirklich zu etwas führt. Kellerräume mit Elektrik. Keine Treppe nach oben. Wir umschleichen das Gebäude, können jedoch keinen weiteren Weg hinein finden. Deshalb sehen wir uns erstmal die kleine Baracke an, die ich das letzte mal bereits photographiert habe. Der Zustand ist nahezu unverändert. Nur einige Spiegel wurden zerbrochen. Zum ersten Mal an dem Tag hören wir Schritte und verkrümeln uns in den Wald. Dafür dass die Heilstätte so abgelegen mitten im Wald liegt ist immer was los :/ Wir tasten uns in Richtung Hauptgebäude vor. Dort hatte ich beim letzten Mal bereits eine eventuelle Möglichkeit entdeckt hinein zu kommen. Sie entpuppt sich als die einzige und als richtig, da man von dort aus auch in alle anderen Teile des Gebäudes gelangt. Der Zustand ist trotz Verbarrikadierung schlecht. Direkt im Erdgeschoss kann man bereits das erste Geschoss teilweise bewundern. Es ist also Vorsicht geboten. Wir betreten einen der Eckräume. Dort steht einsam und verlassen eine Badewanne. Hinter ihr intellektuelle Schmierereien. An 2 Fenstern findet sich gute DDR Klebefolie im altbewährten senfgelb Kreis Design. Wunderschön 😀

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Der Boden in den oberen Geschossen ist mehr als fragwürdig. Ekelig schwabbelige PVC Böden hatten wir ja in letzter Zeit öfter, aber dieser hier toppt alles.  Der Schwamm von PVC gibt mehrere Zentimeter nach. Das liegt mitunter am Holzboden und den tatsächlich existierenden Löchern darunter. Widerliches und mehr als unsicheres Gefühl darüber zu laufen. Wirkliche Highlights entdeckt man kaum, aber der stetig fehlende Boden und die stark abgeblätterte Farbe bilden gute Photomotive. Im oberen Geschoss finden wir eine kleine Holztreppe nach oben. Normalerweise der Indikator für einen Dachbodenaufgang aber was sich hier bietet ist um einiges besser. Eine kleine, vielleicht 50qm große Wohnung mit Minibad, Küche und 2 weiteren kleinen Räumen. Tapete, Dachfenster, -schrägen und die unendliche Verwinkelung machen es kuschelig. Ich bin entzückt. Es ist wie eine kleine Puppenstube 🙂

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natürlich gibt es an anderer Stelle auch einen Aufstieg zum Dachboden, von dem ist aber eher abzuraten, da dort der Boden wirklich löchrig ist (nicht dass Herr Spaceboy nicht drübergelaufen wäre, aber rein vernunftstechnisch ist dies besser zu unterlassen!). Bereits die Treppe schimmelt dermaßen, dass sich bereits kleine Pilze im weißen Flaum gebildet haben.

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obriges Bild ist übrigens ein Rollladenhochzieh-dingens-nöf. Chemnitzer Patent und zumindest optisch ziemlich schick. Wir beschließen das Gebäude wieder zu verlassen und bahnen uns den Weg nach unten. Dabei stoßen wir auf die ehemalige Küche und den Speisesaal mit der DDR typischen guten Holz-Schiebetrennwand. Im unteren Geschoss ist es allerdings wirklich zappenduster.  Danach verlassen wir unbemerkt das Gebäude durch die bereits erwähnte Sicherheitstür und trinken gemütlich unser Astra „Nackt“. Durch einen mysteriösen Mann und eine Pilzsammlerin werden wir letztendlich vertrieben und werden daher zu einem späteren Zeitpunkt noch einen weiteren Besuch, diesmal im Gebäude 2 starten 😉

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UPDATE: dem Erdboden gleichgemacht 😦


Urbexerfreundlich

gestern, der 8.10., Regen. Wir beschlossen diesmal zu zweit die Lungenheilstätte Borna nochmal aufzusuchen und uns diesmal innen umzusehen. Die Bilder kommen noch, aber was ich euch nicht vorenthalten möchte ist die unheimlich tolle und unsagbar urbexerfreundliche Tür:

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von außen kommt man tatsächlich nicht rein, zumindest nicht durch diese Tür, aber entspannt wie selten wieder raus 😀 Klasse Erfindung! Lässt sich auch von außen wirklich wieder verriegeln. Noch nie gesehen aber direkt für gut befunden. Hat noch jemand Erfahrung mit derartigen Sicherheitseinrichtungen?