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Alleingang II – Kabel

nun Teil 2 vom freitaglichen Rumstromern.

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Da ich ja nicht in die Heilstätte rein gekommen bin wollt ich wenigstens noch woanders hin. In dem Falle ein Objekt in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem Ort an dem ich aufgewachsen bin. Es lag auf meinem täglichen Schulweg, aber offensichtlich hat es mich mit 6 Jahren weniger interessiert 😀 es war auf jeden Fall damals schon geschlossen. Aber wie gesagt, gut 15 Jahre her. Ich wusste dass die ominöse Esse mit der „Kabel“ Aufschrift noch steht, also bin ich einfach mal vorbeigefahren. Reinkommen ist hier übrigens absolut kein Problem, allerdings sollte man aufgrund der Bausubstanz vorsichtig sein.

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Gehört definitiv zur in letzter Zeit beliebten Kategorie: „Finde das Obergeschoss“. Zwar steht das Gebäude als solches noch, aber bereits im Erdgeschoss hat man die Decken der restlichen Etagen im Blick oder direkt zu Füßen. Nur die Treppenhäuser wirken noch halbwegs vertrauenserweckend (beim nächsten Bild ist übrigens ein Ausblick vom Treppenhaus ins erste Geschoss inkl Einblick ins zweite und dem Dach zu sehen). Dennoch: das Erdgeschoss hat einiges hübsches zu bieten und ist wie jedes Gebäude auf seine Weise interessant. Viele Pflanzen und der idyllische Blick auf ein Bächlein, das sich ums Gelände schlängelt. Alte, zugewucherte Bahngleise führen ebenfalls durch das Wäldchen.

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Zurück zum Gebäude: was genau das mal war lässt sich nicht mehr erkennen. Meine Oma ist der Meinung dass es eine Wäscherei war, mein Opa meint Härterei. Google möchte mir nicht weiterhelfen. Ich habe also absolut keine Ahnung. Vielleicht weiß ja jemand von euch was das wirklich mal war. :/

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In Anbetracht der Becken und den anderen Löchern im Boden, sowie der Esse würde ich denk ich meinem Opa zustimmen. Eher Härterei als Wäscherei, aber so wirklich überzeugt bin ich noch nicht. Interessant wäre auch, was in den oberen Geschossen war. Was man von unten so sehen konnte sah nicht nach kleinen Büroabteilen aus. Aber wozu ein Riesenraum? Fragen über Fragen…

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Alleingang I – Lungenheilstätte Borna

Heute war ich mal ganz alleine unterwegs. Premiere für mich.

Normalerweise suche ich mir immer eine Begleitung, falls eben doch mal was passiert, zum Freitag Mittag hat aber alles geschlafen, war im Urlaub oder auf Arbeit. Da allerdings mein freier Tag war/ist, wollt ich einige leicht begehbare Orte besuchen.

Gestartet hab ich mit der alten Lungenheilstätte Borna. Da war ich vor gut 8 Jahren schonmal, allerdings schon damals nicht drinnen. Bekanntermaßen ist diese extrem verammelt und gesichert. Das ist im übrigen immernoch so. Ausser bei 2 kleinen Baracken, die jedoch nicht allzu viel zu bieten haben.

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Prinzipiell kommt man aber offensichtlich rein. Zumindest habe ich Bilder von innen bereits gesehen. Am Haupthaus ist ein Kellerfenster zerbrochen und das Gitter entfernt, allerdings hätte ich dazu auf Verdacht gute anderthalb Meter ins Dunkel klettern müssen ohne zu wissen ob ich a) wieder rauskomm ohne Hilfe und b) ob da sonst noch wer ist. Dazu möchte ich mal sagen, dass ich gelegentlich noch kleine Schrecksekunden in normalen Fabriken habe, wenn der Boden knarzt oder der Wind die Türen zuschlägt, aber so n Krankenhaus mitten im Wald… o_O unschön. Auf dem Hinweg hab ich einen alten, nennen wirs mal „leichtbekleideten“ und geistig dezent verwirrten alten Mann überholt, der netterweise direkt einen schmierigen Kommentar abgelassen hat. Der war dann aber nicht mehr zu sehen. Dauernd Geräusche, Geknacke, rumraschelnde Vögel, plötzlich aufspringende Rehe, …. dieser Wald… furchtbar ^^ grad alleine wird man da doch etwas paranoid, auch wenn ich sonst ein absoluter Vernunftsmensch bin.

Alles in allem: es war für mich absolut keine Option alleine durch den Keller einzusteigen, wenn man da überhaupt wirklich weiter ins Gebäude kommt. Daher Aussenbilder und die aus den Baracken.

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Camera
NIKON D5000
Focal Length
18mm
Aperture
f/3.5
Exposure
1/30s
ISO
1100

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der dezente unwesentliche Grünstich ist waldbedingt. Ohne sahs aber irgendwie trostlos aus. Wie man an obigem Bild sieht ist der Boden auch zum Teil äußerst fragwürdig. Wabbelig und weich, hat mich jedoch trotzdem tapfer getragen 😀

Die Lungen- und Tuberkuloseheilstätte wurde 1911 eröffnet. Der vorherige Standort musste dem jetzigen Küchwaldkrankenhaus weichen. Mitten im Wald konnten sich die Patienten in Ruhe erholen. Damals gabs weder Chemnitz Center noch Autobahn, die durchaus die Idylle etwas stören. Mehrere Gebäude wurden letztes Jahr bereits abgerissen, wie lange die verbliebenen noch stehen bleiben ist nur eine Frage der Zeit, wobei die Bausubstanz recht gut zu sein scheint (Baracken ausgenommen, die sind bereits verloren), was vermutlich daran liegt, dass die Sicherheitsfirma gute Arbeit geleistet hat.

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Camera
NIKON D5000
Focal Length
18mm
Aperture
f/3.5
Exposure
1/45s
ISO
800

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Superkuuhle Graffitis überall, wie so oft. Ansonsten viele kleine Räume, die zum Teil stark vermüllt sind. Bei offenen Türen und dem Faktor mitten im Wald wohl auch kein Wunder…

Da ich diesmal alleine und mit dem Auto war, gibts diesmal weder ein Astra, noch ein Seifenblasen-Bild 😦 alleine ließ sich das doch nicht umsetzten. Da bin ich einfach zu langsam ^^ Dafür aber erstmals ein Bild vom Elend 😉

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Camera
NIKON D5000
Focal Length
18mm
Aperture
f/3.5
Exposure
1/10s
ISO
1600

Wenn jemand Bilder von drin hat, darf er diese hier gern verlinken 😉

In den nächsten Tagen folgen dann die Bilder von dem zweiten Objekt.

 

UPDATE: Abgerissen 😦

 


Leuchtmittelfabrik/ VEB Fahrzeugelektrik

wie versprochen nun endlich die Bilder vom zweiten Objekt, der ehemaligen Fahrzeugelektrik.

Diese stellte zu Zonezeiten zunächst Fahrradlampen, später aber auch Autoscheinwerfer her. Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Sie ist ziemlich verfallen. Einige Gebäudeteile sind komplett eingestürzt, beim Hauptgebäude fehlen ebenfalls immer wieder Decken und Dachteile. Es ist wie immer Vorsicht geboten. Fenster gibt es kaum noch. Da es auf der Straße direkt 2 Haltestellen nebenan und genug Fußgänger, sowie Anwohner gibt sollte man auch da versuchen sich so unauffällig wie möglich zu verhalten. Diesmal hab ich das sogar ganz gut hinbekommen, mehr oder weniger, siehe unten 😀

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Camera
NIKON D5000
Focal Length
18mm
Aperture
f/3.5
Exposure
1/15s
ISO
1600

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Ein großes Areal mit unendlich vielen Räumen, die jedoch fast alle zerstört und damit nicht begehbar sind, beziehungsweise komplett leer. An Unterlagen oder ähnlichem lässt sich nichts mehr finden. Der Ort wurde bereits komplett abgegrast, hat jedoch trotzdem etwas für sich. Mal ein Blick in den Innenhof.

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Camera
NIKON D5000
Focal Length
18mm
Aperture
f/4
Exposure
1/60s
ISO
400

Das Türmchen was man hier sieht ist leider nicht komplett begehbar. Da fehlt dann einfach die Treppe beziehungsweise Leiter, die da offensichtlich mal war. Aber man kommt auf den dezent verkokelten „Dachboden“. Durch das fehlende Dach hat man eine wunderbare Aussicht über die Stadt. Grad zum Abend mitm Astra wirklich sehr gemütlich gewesen.

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vielleicht reich ich noch einige Bilder nach, mal sehen ^^

Als letztes möchte ich anmerken, dass man aufgrund der Haltestellen wirklich aufpassen muss. Als wir raus sind wurde es schon dunkel, wir haben gewartet bis der Bus weg war und sind dann durch ein Loch im Zaun raus. Da zubbelt man sich ja erstmal zurecht (in dem Falle hatte ich Strumpfhose und Kleid an, das hats ne besser gemacht) und entfernt das Grünzeug aus den Haaren. Der Blick der Passantin, die an der Haltestelle noch warum auch immer stand war unbezahlbar 😀 Ich will gar nich wissen was die sich gedacht hat.

Also merke: nie Mädel und Typ zusammen raus gehen, aufpassen ooooder mit peinlichen Momenten rechnen 😛

 

UPDATE: im Abriss seit Juni 2016