Schlagwort-Archive: sachsen

Wanderer Werke & Robotron

DSC_0227 Kopie

Ein Gelände, das ich öfter besucht habe als alle anderen. Ein Gelände, das mir unheimlich am Herzen liegt und mich ebenso begeistert, wie schmerzliche Erinnerungen in mir hochkommen lässt.

Wie sich der ein oder andere vielleicht erinnert ist der Robotron Komplex das ehemalige Airsoft Gelände meines Teams. Lange Rede kurzer Sinn, es entpuppte sich entgegen aller Behauptungen des damaligen Teamleaders als illegal und somit mussten wir das Gelände von heute auf morgen verlassen. Ich wurde aufgefordert alle Beiträge, die mit dem Teamleader zu tun hatten zu löschen, was ich tat. Auch hier bei WordPress. Mittlerweile hat sich das Team von K9 zu Paradox Airsoft weiterentwickelt, wir haben die Führung gewechselt und legal und offiziell mein Lieblingsgelände, das alte Bahnkraftwerk in Hilbersdorf, gepachtet (Wunderwerk der Architektur, noch etwas mehr vom Bahnkraftwerk, Wiederholungstäter). Nichtsdestoweniger habe ich unzählige Bilder vom Wandererwerk und Robotron, die ich euch nicht weiter vorenthalten möchte.

Das Robotron Gelände liegt zwar relativ zentral, ist jedoch gut abgeschirmt gegen neugierige Blicke. Anwohner gibt es kaum. Teile vom Wandererwerk werden noch genutzt, daher sollte ein Besuch definitiv nur am Wochenende stattfinden (und übrigens auch nur, wenn nicht gerade eine Veranstaltung in der Messe ist, da könnte man von Besuchern vom Parkplatz aus durchaus gesehen werden). Ich habe mich bei der ersten Begehung direkt in das Gelände verliebt. Damals 2014 habe ich mit meinem Begleiter Maurice beide Objekte erkundet und fotografiert als wir zufällig auf das Airsoftteam trafen und uns gelinde gesagt vor Schreck fast in die Hose gemacht haben ^^. Seitdem bin ich deren Teamfotografin.

Im Hof stehen (beziehungsweise standen, wer weiß) zwei hübsche Trabis. Die Gebäude sind relativ gut in Schuss, bis auf das Dach, das an einigen Stellen bereits durchgebrochen ist. Viel grün und einiges an Überbleibseln aus der Zeit, in der noch Leben in der Fabrik herrschte. So zum Beispiel an Design, Material und Farbe unübertroffene Gardinen, die einen in die tiefste DDR zurück versetzen. Auch ein Haufen alter Telefone findet sich im Obergeschoss. Es gibt unheimlich viel zu erkunden.

2015 war ich fast jedes Wochenende da und habe das Team begleitet, daher existieren zum großen Teil In-Game-Bilder, deren Fokus auf den Spielern liegt, jedoch auch das Gelände zeigen. Ich denke, um mehr Blickwinkel auf das aussergewöhnliche Gelände zu bekommen, ist das trotzdem gut geeignet und wie gesagt, mittlerweile ist es nicht mehr bespielt (falls doch, dann ist es defintiv illegal), ihr braucht euch also keinen Kopf machen, dass plötzlich bewaffnete Jungs um die Ecke kommen 😉

Das Robotron Gelände besteht aus dem Hauptbau, der über die Verbindungsbrücke zum restlichen Verwaltungskomplex führt, vielen Garagen und kleine Flachbauten, sowie verschiedenste Vegetation auf dem Gelände. Für Airsoft war es somit perfekt. Wer das Gelände erkunden möchte sollte wenigstens 4 Stunden einplanen, um alles sehen zu können (ausser ihr fotografiert nicht, dann ist die Sache in anderthalb/zwei Stunden auch erledigt).

Wie es mittlerweile auf dem Gelände aussieht weiß ich nicht und irgendwie will ich es auch gar nicht wissen, das alte Bild von ihm in meinem Kopf bewahren und vergessen was alles vorgefallen ist. Robotron war mein Anfang vom Ende und hat mich geprägt wie kein zweites Objekt. Freud und Leid liegen hier so nah beieinander wie Genie und Wahnsinn…

Trotzdem denk ich gern daran zurück, gerade jetzt, wenn ich die gut 15.000 Bilder sichte, die ich im Laufe der Zeit vom Robotron Gelände gemacht habe. Auch wenn ich selbst wohl keinen Fuß mehr drauf setzen werde, kann ich nur jedem Urbexer raten sich dieses Objekt mal anzuschauen <3.

Advertisements

Ibug 2o17 SPEMAFA

Wie ich gestern schon berichtet habe ist die Ibug dieses Jahr in Chemnitz. Als ich mit 15 nach Meerane gezogen bin wurde ich erstmals aufmerksam auf das Projekt. Seitdem besuche ich seit vielen Jahren dieses Festival und wurde nie enttäuscht 🙂

Gestern fand ein Vortrag und eine Podiumsdiskussion statt, die wirklich sehr intressant war und beispielsweise Sanierungs- im Vergleich zu Abrisskosten, sowie Nutzungsmöglichkeiten für Lost Places aufzeigte. Sehr toll, nur dass vermutlich wenig Eigentümer von Brachen geschweigedenn zuständige Verwaltungsbeamte anwesend waren um sich dies zu Herzen zu nehmen. Nichtsdestotrotz sehr aufschlussreich. Es wurde gefilmt, also wenn Interesse besteht, es sollte sich sicherlich im World Wide Web finden lassen 😉

Jedes Jahr ist es immer wieder überraschend und anders, man freut sich Bilder von Künstlern zu sehen, deren Werke man Jahre zuvor schon mal gesehen hat und ihren Stil erkennt. Ein kleines familiäres Gefühl das sich unweigerlich einschleicht. Schön, einfach schön.

Zum Samstag Nachmittag ist das Gelände ziemlich voll. Jetzt ein Bild zu machen ohne dass jemand ins Bild läuft gestaltet sich schon mehr als schwierig.  Für alle die Menschengedrängel und Photo-Bomber nicht mögen ist kurz nach Eröffnung und abends wohl die beste Lösung. Achtung hier aber: spätester Einlass ist zwar 19 Uhr, allerdings wird ab 19.30 Uhr das Gebäude von den Ordnern geräumt. Wer Bilder machen will sollte also nicht erst 19 Uhr kommen, da man die Menge der Bilder selbst ohne Kamera kaum in einer halben Stunde bestaunen kann.

Wie auch die letzten Jahre gibt es einen kleinen Markt auf dem man Werke der Künstler käuflich erwerben kann, es reicht von Postkarten für 1€ bis hin zu großen Bildern auf Leinwand im dreistelligen Bereich. Es ist also für jeden etwas dabei. Und das ist auch ein großer Pluspunkt der Ibug, das Publikum ist bunt gemischt. Zwar überwiegt der Anteil an Leuten, die eins zu eins vom Prenzlauer Berg weggefangen worden sein könnten, aber es finden sich auch viele normale, Kunstintressierte, Familien und Rentner.

am folgenden Wochenende habt ihr die Chance euch die Ibug nochmal anzuschauen. Wer es also an diesem nicht geschafft hat: geht hin, nutzt die Chance, es wird euch auf keinen Fall enttäuschen 😉


Bahngelände Chemnitz

Dieses Objekt habe ich ebenfalls vor einiger Zeit besucht. Da die darauffolgende Woche jedoch irgendwelche Kiddies auf dem Gelände waren und einer von ihnen durch das Dach gebrochen ist, hatte ich es vorerst verworfen und erst jetzt wieder gefunden. Das Bahngelände ist schwer erreichbar und wirklich gut abgesichert gewesen im Vergleich zu vielen anderen Objekten. Nichtsdestotrotz fanden sich Löcher im Zaun, die, wie sich im späteren Verlauf zeigte, von Obdachlosen geschaffen wurden. Jedoch war der Herr zu betrunken, um sich uns zu widmen. Vielleicht ist er es auch mittlerweile gewohnt, dass immer mal jemand rumstromert.

Die Haupthalle ist beeindruckend. Riesengroß, unheimlich lang und zugewuchtert mit Bäumen. Im Sommer ist der Anblick sicherlich noch schöner. In der Mitte steht ein kleines rotes Häuschen. Selbst von da oben kann man die Weite der Halle kaum überblicken.

Mittlerweile ist ein Großteil des Areals einer gigantischen Solaranlage gewichen. Es ist nur eine Frage der Zeit bis alles der Abrissbirne zum Opfer gefallen ist. Wenn das nicht mittlerweile sogar passiert ist… Neben der Haupthalle existiert auch einige Meter entfernt ein zweites Gebäude. Jedoch war dies weniger spektakulär, auch wenn es hier mehr zu entdecken gab. Darunter der Schlafplatz des netten schwankenden Herren vom Anfang. Sollte man ihn also nicht bereits vorn antreffen, ist hier ruhig vorzugehen. Keine Sorge, ihr wisst wann ihr im richtigen Raum seid, ohne ihn zu sehen. Der Geruch ist… umwerfend.

Ausserdem finden sich hier einige alte Spinde mit einer herzallerliebste Sammlung von Aufklebern. Ich muss schon sagen, die KKH hatte es früher echt raus was Marketing angeht 😀 So überzeugend… und ich denke der Spruch würde sich auf Zigarettenschachteln deutlich besser machen als die, die sich sonst so finden.

in dem Sinne, euch allen ein schönes Wochenende 🙂 Und nicht vergessen:

DSC_0300

Camera
NIKON D5000
Focal Length
32mm
Aperture
f/9.5
Exposure
1/350s
ISO
200
Camera
NIKON D5000
Focal Length
32mm
Aperture
f/9.5
Exposure
1/350s
ISO
200
Camera
NIKON D5000
Focal Length
32mm
Aperture
f/9.5
Exposure
1/350s
ISO
200

spätabendlicher Cache-Quickie

DSC_0924

die Textima Nadelfabrik hatte ich bereits vor einiger Zeit besucht und war der Meinung eigentlich alles gesehen zu haben was es da so zu sehen gibt. Heute schickte mir allerdings ein Freund ein Bild von einem „geheimen“Raum mit allerlei ansehnlichem Schnick Schnack der sich im Gebäude befinden soll. Nach einigem Ranzoomen auf die Dokumente auf dem Schreibtisch wurde mir klar, dass es sich um einen Cache handelt, offenbar das Final. Der Raum wäre über einen Schaltkasten im obersten Geschoss zu finden. Einmal angefuchst trafen wir uns instant, damit er mir den Raum zeigt. Schlagartig wurde mir klar warum ich den Raum bei den letzten Malen nie gesehen hatte. Über den Schaltkasten ist eine recht nette Beschreibung. Man muss nicht nur AUF den Schaltkasten steigen, sondern auf dem schmalen, hängenden Ding irgendwie meistern auf die Bodenplatte des Raumes, etwa 1,60m von dem obersten Punkt des Schaltkastens entfernt, zu gelangen. Trotz kleinem Loch in der Wand wo man einen seiner Füße ranstemmen kann, kam ich mit meinen krüppeligen 1,59m nicht über den breitbeinig-zwischen-die-Wände-geklemmt-hängen-Punkt hinaus. Zwar konnte ich den Boden mit meinen Händen erreichen aber in keinem Universum den Rest meines Körpers hinauf befördern. Mit viel Glück und einem ordentlichen Rumms! ließ ich mich zurück auf den Schaltkasten fallen, der entgegen meiner Erwartungen dies aushielt. Dumm gelaufen. Mein Kumpane fand oben jedoch eine zweite Möglichkeit über ein kleines Loch und den Dachspitz zu krabbeln. Also gesagt getan. Ein wackeliger, teils kaputter schmaler Holzsteg führt bei angenehmen gefühlten 40° C über reichlich Dämmmaterial und Löcher zu jenem besagten Raum. Das sind Aktionen von denen man seinen Eltern wohl besser nie erzählen sollte… Nach einigen beschwerlichen Metern in gebückter Haltung (Pluspunkt für Zwerge wie mich bei einer Deckenhöhe von vielleicht 1,10m) erreichen wir den Raum. Liebevoll dekoriert mit allerlei DDR Gedöns. Ein Schreibtisch mit Computer, Stuhl mit darüber hängendem Sakko, Regal mit Ordnern, Büchern, Eierbechern und Krimskrams. Das hat eindeutig Stil. Großen Respekt an den Organisator. Er hat sogar extra auf dickem Papier kleine A5 große Urkunden. Ich bin entzückt 🙂

 

die Idee und die Umsetzung sind herzallerliebst und mal was anderes.Ein wirklich schöner Bonus, wenn man sowieso mal in der Textima rumschleicht. Leider war es mir nicht möglich mehr oder bessere Bilder zu machen, da es mittlerweile schon dämmerte und das Licht da oben nur spärlich ist. Apropos Licht, auffällig sind die 3 kleinen Fenster. Ihr findet die ungefähre Lage des Raums also definitiv raus, wenn ihr euch das Objekt von außen anschaut ;).

DSC_0092 (3)

Camera
NIKON D5000
Focal Length
18mm
Aperture
f/8
Exposure
1/250s
ISO
200

 

 


Villa Pfau

Ein Objekt, dass vielen zumindest rein optisch bekannt ist. Die Architektur und die Lage sind in der Tat sehr beeindruckend und schön. Allerdings lässt der Zustand des Objektes stark zu wünschen übrig. Im Rahmen der IBug letztes Jahr habe ich dieses Objekt besucht, da es einen Steinwurf von einem der Veranstaltungsorte entfernt war, da es sich um eine Fabrikantenvilla handelt. Eine Absperrung sucht man vergeblich. Trotz IBug waren wir vollkommen allein in der Parkanlage und unbeobachtet als wir uns durchs Dickicht schlugen. Die imposante Aussentreppe, die die Villa unverkennbar macht ist leider zumauert. Zwar kann man einige Stufen besteigen, jedoch kein neues Geschoss erreichen. Einen Weg hinein haben wir trotzdem gefunden.

Das Innere überzeugt durch seine Stuckarbeiten, die Wandmalereien (damit sind nicht die Graffitis gemeint, die waren nicht wirklich künstlerisch wertvoll) und die restlichen Überbleibsel der Holzvertäfelungen und Treppe. Vor 100 Jahren war die Villa sicherlich für jeden Besucher sehr beeindruckend. Erst recht auf so einem Dorf. Im, ich nehme an Wohnzimmer oder Empfangsraum, indem sich der Kamin befindet, fehlt die Hälfte der sicher einst imposanten Treppe. Ein großes Fenster und der danebenliegende  rundliche Erker sorgen auch trotz des desaströsen Zustands für eine gemütliche Atmosphäre. Zum Glück gibt es eine weitere Treppe, die noch mehr oder weniger intakt ist. Jedoch ist diese aus Holz, also nur mit Vorsicht zu betreten.

Die Räume sind weniger pompös gestaltet, haben zum Teil aber auch Deckenverzierungen udn wunderschöne Fenster. An sich hat das Haus eine wirklich schöne Größe. Beispielsweise für eine Familie mit Kindern oder für Karrieremenschen mit Home Office. Auch das Grundstück und der angrenzende Park sind wunderschön und ruhig. Der Grund für den Verfall und den Leerstand liegt wohl nicht nur an der äußerst Auto- und LKW unfreundlichen Hanglage, sondern vorallem an Crimmitschau. Hier ist wirklich der Hund begraben und die nächstgelegenen Städte, die man über die A4 erreicht sind auch nicht unbedingt sooooo sehenswert. So gammelt das Objekt vor sich hin in seinem Dornröschenschlaf und wartet darauf von einem Investor wieder erweckt zu werden. Ich hoffe es sehr, denn die Villa ist wirklich schön und es wäre mehr als schade um sie.

weiteres Highlight an dem Haus ist das Türmchen auf dem Dach, das man durch eine wunderschöne Wendeltreppe besteigen kann. Das Dach der Villa hat sicherlich bessere Zeiten gesehen aber der Ausblick macht das wieder wett. Selbst hier oben hat man nicht an Verzierungen und aufwändigen Malereien gespart. Man könnte Stunden da oben verbringen… ich kann jedem nur zu einem Besuch raten, es lohnt sich, auch wenn es aufgrund der Größe des Objekts eher ein Urbex Quickie ist.


Once more with Feelings – VEB Fettchemie

 

Einmal mehr in der alten Fettchemie, als eines meiner ersten Objekte gehört es auch definitiv zu den am meisten von mir besuchten. Ich finde immerwieder etwas schönes daran.

Verändert hat sich in all den Jahren so viel und doch so wenig. Man sieht eindeutig den Verfall fortschreiten, hauptsächlich ist dieser aber bedingt durch Vandalismus. Softair BBs überall, mehr Müll, kein Kabel mehr in der Wand. Und trotzdem, es zieht mich immer wieder in seinen Bann.

 

Es sind sehr viele Bilder geworden, gerade von den Dächern, auf die ich mich bislang nie getraut hatte. Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, sind die Bilder diesmal auch Rohbilder eben wegen der großen Anzahl und weil sie eigentlich nur für mich sein sollten, nostalgischer Erinnerungsschwalg für später und um die Veränderungen einmal direkt im Vergleich zu sehen. Ich hoffe die kleinen Einsichten gefallen euch trotzdem 😉

 

 

 

abgerissen 😦


Innenansichten Lungenheilstätte Borna

Wie im Beitrag „Urbexerfreundlich“ angekündigt, waren Herr Spaceboy und ich im Anflug von Langweile erneut in der alten Lungenheilstätte. Das letzte mal im Juni war ich allein und habe mich nicht reingetraut. Der Einstieg ist nichts was man unbedingt allein machen sollte. Prinzipiell derartige Erkundungstouren.

DSC_0387

DSC_0428

DSC_0474

Nach einem kleinen Waldspaziergang erreichen wir das erste Gebäude. Im Juni waren noch alle Fenster und Türen durch Metallkäfige verriegelt. Mittlerweile kommt man ohne Probleme in den Keller, da augenscheinlich mit einem Akkuschrauber oder ähnlichem sich Zugang verschafft hat. Dumm nur, dass es eine Tür ist, die nicht wirklich zu etwas führt. Kellerräume mit Elektrik. Keine Treppe nach oben. Wir umschleichen das Gebäude, können jedoch keinen weiteren Weg hinein finden. Deshalb sehen wir uns erstmal die kleine Baracke an, die ich das letzte mal bereits photographiert habe. Der Zustand ist nahezu unverändert. Nur einige Spiegel wurden zerbrochen. Zum ersten Mal an dem Tag hören wir Schritte und verkrümeln uns in den Wald. Dafür dass die Heilstätte so abgelegen mitten im Wald liegt ist immer was los :/ Wir tasten uns in Richtung Hauptgebäude vor. Dort hatte ich beim letzten Mal bereits eine eventuelle Möglichkeit entdeckt hinein zu kommen. Sie entpuppt sich als die einzige und als richtig, da man von dort aus auch in alle anderen Teile des Gebäudes gelangt. Der Zustand ist trotz Verbarrikadierung schlecht. Direkt im Erdgeschoss kann man bereits das erste Geschoss teilweise bewundern. Es ist also Vorsicht geboten. Wir betreten einen der Eckräume. Dort steht einsam und verlassen eine Badewanne. Hinter ihr intellektuelle Schmierereien. An 2 Fenstern findet sich gute DDR Klebefolie im altbewährten senfgelb Kreis Design. Wunderschön 😀

DSC_0397

DSC_0404

DSC_0408

Der Boden in den oberen Geschossen ist mehr als fragwürdig. Ekelig schwabbelige PVC Böden hatten wir ja in letzter Zeit öfter, aber dieser hier toppt alles.  Der Schwamm von PVC gibt mehrere Zentimeter nach. Das liegt mitunter am Holzboden und den tatsächlich existierenden Löchern darunter. Widerliches und mehr als unsicheres Gefühl darüber zu laufen. Wirkliche Highlights entdeckt man kaum, aber der stetig fehlende Boden und die stark abgeblätterte Farbe bilden gute Photomotive. Im oberen Geschoss finden wir eine kleine Holztreppe nach oben. Normalerweise der Indikator für einen Dachbodenaufgang aber was sich hier bietet ist um einiges besser. Eine kleine, vielleicht 50qm große Wohnung mit Minibad, Küche und 2 weiteren kleinen Räumen. Tapete, Dachfenster, -schrägen und die unendliche Verwinkelung machen es kuschelig. Ich bin entzückt. Es ist wie eine kleine Puppenstube 🙂

DSC_0421

DSC_0423

DSC_0424

natürlich gibt es an anderer Stelle auch einen Aufstieg zum Dachboden, von dem ist aber eher abzuraten, da dort der Boden wirklich löchrig ist (nicht dass Herr Spaceboy nicht drübergelaufen wäre, aber rein vernunftstechnisch ist dies besser zu unterlassen!). Bereits die Treppe schimmelt dermaßen, dass sich bereits kleine Pilze im weißen Flaum gebildet haben.

DSC_0431

DSC_0438

DSC_0446

DSC_0454

obriges Bild ist übrigens ein Rollladenhochzieh-dingens-nöf. Chemnitzer Patent und zumindest optisch ziemlich schick. Wir beschließen das Gebäude wieder zu verlassen und bahnen uns den Weg nach unten. Dabei stoßen wir auf die ehemalige Küche und den Speisesaal mit der DDR typischen guten Holz-Schiebetrennwand. Im unteren Geschoss ist es allerdings wirklich zappenduster.  Danach verlassen wir unbemerkt das Gebäude durch die bereits erwähnte Sicherheitstür und trinken gemütlich unser Astra „Nackt“. Durch einen mysteriösen Mann und eine Pilzsammlerin werden wir letztendlich vertrieben und werden daher zu einem späteren Zeitpunkt noch einen weiteren Besuch, diesmal im Gebäude 2 starten 😉

DSC_0468

DSC_0435

DSC_0472

 

UPDATE: dem Erdboden gleichgemacht 😦