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spätabendlicher Cache-Quickie

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die Textima Nadelfabrik hatte ich bereits vor einiger Zeit besucht und war der Meinung eigentlich alles gesehen zu haben was es da so zu sehen gibt. Heute schickte mir allerdings ein Freund ein Bild von einem „geheimen“Raum mit allerlei ansehnlichem Schnick Schnack der sich im Gebäude befinden soll. Nach einigem Ranzoomen auf die Dokumente auf dem Schreibtisch wurde mir klar, dass es sich um einen Cache handelt, offenbar das Final. Der Raum wäre über einen Schaltkasten im obersten Geschoss zu finden. Einmal angefuchst trafen wir uns instant, damit er mir den Raum zeigt. Schlagartig wurde mir klar warum ich den Raum bei den letzten Malen nie gesehen hatte. Über den Schaltkasten ist eine recht nette Beschreibung. Man muss nicht nur AUF den Schaltkasten steigen, sondern auf dem schmalen, hängenden Ding irgendwie meistern auf die Bodenplatte des Raumes, etwa 1,60m von dem obersten Punkt des Schaltkastens entfernt, zu gelangen. Trotz kleinem Loch in der Wand wo man einen seiner Füße ranstemmen kann, kam ich mit meinen krüppeligen 1,59m nicht über den breitbeinig-zwischen-die-Wände-geklemmt-hängen-Punkt hinaus. Zwar konnte ich den Boden mit meinen Händen erreichen aber in keinem Universum den Rest meines Körpers hinauf befördern. Mit viel Glück und einem ordentlichen Rumms! ließ ich mich zurück auf den Schaltkasten fallen, der entgegen meiner Erwartungen dies aushielt. Dumm gelaufen. Mein Kumpane fand oben jedoch eine zweite Möglichkeit über ein kleines Loch und den Dachspitz zu krabbeln. Also gesagt getan. Ein wackeliger, teils kaputter schmaler Holzsteg führt bei angenehmen gefühlten 40° C über reichlich Dämmmaterial und Löcher zu jenem besagten Raum. Das sind Aktionen von denen man seinen Eltern wohl besser nie erzählen sollte… Nach einigen beschwerlichen Metern in gebückter Haltung (Pluspunkt für Zwerge wie mich bei einer Deckenhöhe von vielleicht 1,10m) erreichen wir den Raum. Liebevoll dekoriert mit allerlei DDR Gedöns. Ein Schreibtisch mit Computer, Stuhl mit darüber hängendem Sakko, Regal mit Ordnern, Büchern, Eierbechern und Krimskrams. Das hat eindeutig Stil. Großen Respekt an den Organisator. Er hat sogar extra auf dickem Papier kleine A5 große Urkunden. Ich bin entzückt 🙂

 

die Idee und die Umsetzung sind herzallerliebst und mal was anderes.Ein wirklich schöner Bonus, wenn man sowieso mal in der Textima rumschleicht. Leider war es mir nicht möglich mehr oder bessere Bilder zu machen, da es mittlerweile schon dämmerte und das Licht da oben nur spärlich ist. Apropos Licht, auffällig sind die 3 kleinen Fenster. Ihr findet die ungefähre Lage des Raums also definitiv raus, wenn ihr euch das Objekt von außen anschaut ;).

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Camera
NIKON D5000
Focal Length
18mm
Aperture
f/8
Exposure
1/250s
ISO
200

 

 

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Textima Nadelfabrik

Nachtrag, endlich mal. Wenn man jede Woche irgendwo hinfährt isses gar nich so einfach alles immer zu bearbeiten hochzuladen und einen Text zu schreiben.

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Hier also der restliche Beitrag zu „über den Dächern von Chemnitz“ – der Besuch der Textima. Diese gehört zu den bekanntesten Lost Places in Chemnitz und ist dementsprechend zerstört. Mehr dazu bereits in eben genanntem Beitrag. Das Gebäude ist größer als erwartet und man sollte definitiv einige Stunden einplanen, um alles zu sehen. Wir beginnen im Keller der teilweise sehr dunkel, zum Teil aber auch gut beleuchtet ist. Waschräume, Lagerräume, … alles gigantisch und sehr weitläufig. Im ersten Geschoss riesige Räume mit intakten Glasschiebetrennwänden und ein Kohleraum. Komplett schwarz mit Trichtern und Löchern. Zudem ein Pentagramm-Graffiti mit ’92 drunter gespüht. Bitter…. ich bin Baujahr 91. Dafür dass die Textima so lang verlassen und so bekannt ist hat sie sich aber ziemlich gut gehalten. Sowohl Interieur als auch Bausubstanz. Der erste Stock hat jedoch noch etwas zu bieten: eine Trennwand. Definitiv später hinzugekommen. Wir trauen uns dahinter und finden ein Sofa, mitten im Raum. Davor ein Fernseher und eine Tastatur. Einmal mehr stellt sich die Frage: „Waaaarum?“. Ohne Strom erscheint es recht sinnlos. Wenigstens wurde vorsichtshalber ein augenfreundlicher Mindestabstand eingehalten 😀

DSC_0141 Seltsam. Besser nicht genauer drüber nachdenken wer sowas warum und wie nutzt. Damit ab ins Treppenhaus und hoch in die anderen Stockwerke.

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Trotz Straße ist es verhältnismäßig ruhig. Ein Vorteil der Baustelle. Keine Bahn, kaum Autos, damit kaum Leute, die einen sehen könnten. Man ann sich auch unbedenklich recht nah ans Fenster trauen. Das allerdings nur wenn wirklich nicht viel draussen los ist. Offenichtlich hat uns keiner gesehen, sonst wären wir von Polizei oder Anwohnern unterbrochen worden oder der Herr im Haus gegenüber hätte sich netterweise mal was angezogen 😀 Die Textima konnte mit schöneren Anblicken punkten.

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DSC_0202Die oberen Stockwerke sind verschieden und bieten alle ein kleines Highlight. Besonders kann aber wie schon erwähnt das Dach punkten. Über eine kleine Treppe kommt man zu einem Aufzugsmotor. In dem kleinen Stübchen befindet sich dann auch die Tür nach draußen. Man sollte sich nicht zu weit raus wagen, auch wenn dort Fußabdrücke und einige Flaschen zu sehen waren. Vorsicht ist besser was sowas angeht. Der Ausblick ist uuunheimlich schön. Das schwarze Dach ist angenehm warm, Gewitterwolken die langsam aufziehen, Freundschaft, Bierchen und Seifenblasen … einfach wunderschön. ❤

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über den Dächern von Chemnitz

kurzer Einschub bevor ich die Einblicke von gestern und das erste kleine und das zweite große Objekt von heute vorstelle.

Die Textima gehört wohl definitiv zu den Lost-Place-Huren, jeder war anscheinend schonmal drin und hat Bilder gemacht. Ich bislang nicht weil ich immer dachte es wäre kompliziert reinzukommen und etwas heikel mit den Autos, den Fußgängern und vor allem den ausländischen Autohändlern. Es war entgegen aller Erwartungen mehr als einfach. Das sieht man leider auch. Bevor dazu aber ein ganzer Schwall an Bildern kommt, Impressionen von dem wundervollen Dach. Mein Kommilitone Maurice ist mehr als waghalsig, normalerweise bringt er mich Vernunftsmensch damit zur Weisglut aber heute war es wirklich super. Alleine wäre ich wohl nie die kleine Metallleiter zum Aufzugsmotor hinaufgekraxelt, geschweigedenn hätte ich mich aus der Tür hinaus auf das marode Dach getraut. Ich kann auch immernoch nicht ganz glauben, dass ich das wirklich gemacht habe. Aber es war zumindest vorn stabil und der Ausblick, die Wolken, der Nieselregen…. unbezahlbar.

Manchmal ist es gut etwas zu wagen und seine eigenen Grenzen zu überschreiten.

In dem Sinne, euch einen schönen Abend 🙂

 

 

 

 


textima Verwaltungsgebäude

Teil 1 von 2 vom letzten Begängnis am Dienstag.

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Rausgesucht habe ich mir ein Objekt, das ich vor fast 7 Jahren als allererstes mal besucht habe. Damals als Geocache Gashavariehahn. Seitdem war ich nicht mehr da aber es hat sich vieles geändert. Die Sicherheitsvorkehrungen sind drastisch verschärft worden und es ist nicht mehr allzu einfach reinzukommen. Den Cache gibt es anscheinend auch nicht mehr. Das Gelände besteht aus 2 Teilen, einer alten Fabrik und einem großen Plattenbau, indem früher die Textima Verwaltung war.

Heute erstmal zu diesem Gebäude. Das schönste ist es nicht mehr. Komplett vollgesprayt und verrammelt. In einem Abschnitt ist ein ausländischer Autohändler untergebracht, es ist also äußerste Vorsicht geboten, mit denen ist denke ich nicht zu spaßen. Wie jedes Verwaltungsgebäude ist es weniger spektakulär, beherbergt aber eine ganze Menge Unterlagen zu verscheidensten VEB Betrieben. Warum auch immer. Zudem alte Lackdosen und Getränkeflaschen (haltbar bis Februar 1991, nomnom! :D)

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Offensichtlich wird es auch noch „bewohnt“. Zum Glück habe ich niemanden angetroffen, dafür aber mehr als genug Hinterlassenschaften (Obacht sei geboten, immer auf den Boden gucken, da hat jemand in gefühlt jedem Zimmer Tretminen verteilt o_O da erspar ich euch mal ein Bild…)

Was sei sonst noch gesagt….. Treppen, vollgemüllte Zimmer, ein komplett schimmeldes zweites Stockwerk und gaaaanz viel Teppichboden und gute DDR-Einbauschränke 😉 und wahnsinnig viel Grafitti. 2 jugendliche Vollpfosten scheinen sich über Wochen hinweg „gebattled“ zu haben. Dabei hat „roze“ augenscheinlich gewonnen, da es kein Fenster und keine Wand ohne seinen Schriftzug gibt.

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Trotz allem und wie eigentlich immer gibt es aber auch seine schönen kleinen Ecken und viel zu erkunden. Ein Besuch lohnt sich aufgrund der Fabrik nebenan und weiteren Lost places in der direkten Nachbarschaft auf jeden Fall. Die Polizei stand blöderweise draußen, als ich wieder raus bin, deshlab habe ich erstmal die restlichen gelassen und werde mich ihnen ein anderes Mal widmen. Nächste Woche gibts dann auf jeden Fall einiges von der Fabrik nebenan zu sehen, ihr dürft also wie immer gespannt sein 😉

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